
Die Antillen sind kein einheitlicher Preisraum. Zwischen der günstigsten und der teuersten Insel des Bogens liegen Welten — und der Unterschied hat weniger mit Luxus zu tun als mit Größe, Flugplan und der Frage, wie viel eine Insel selbst herstellt. Am günstigsten reist, wer eine große Insel mit Direktflug wählt.
Welche Inseln sind günstig, welche teuer?¶
Konkrete Preise stehen hier bewusst nicht: Sie veralten schneller, als eine Seite gepflegt werden kann. Belastbar ist das Verhältnis der Inselgruppen zueinander, und das ist seit Jahren stabil.
| Niveau | Inselgruppen | Warum |
|---|---|---|
| Am günstigsten | Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba | Große Flughäfen, viele Direktflüge, ausgebauter Pauschalreisemarkt, Wettbewerb unter den Häusern |
| Mittleres Niveau | ABC-Inseln, Barbados, Puerto Rico | Eigene Tourismuswirtschaft, gute Anbindung, aber weniger Masse und höhere Lebenshaltungskosten |
| Gehoben | Guadeloupe, Martinique, die meisten Windward– und Leeward-Inseln | Anreise mit Umstieg, kleine Häuser, europäisches Preisniveau auf den französischen Inseln |
| Sehr hoch | St. Barthélemy, Anguilla und andere Kleinstinseln | Bewusst kleines Angebot, wenig Flugkapazität, hochpreisige Positionierung |
Warum ist auf einer kleinen Insel alles teurer?¶
Weil fast alles importiert ist. Lebensmittel, Baumaterial, Fahrzeuge, Ersatzteile und vor allem Treibstoff kommen per Schiff oder Flugzeug — und bei kleinen Mengen fällt jeder Transportweg stärker ins Gewicht. Strom stammt vielerorts aus importiertem Diesel, Trinkwasser aus Meerwasserentsalzung; beides ist energieintensiv und schlägt auf jede Rechnung durch. Dazu kommt fehlender Wettbewerb: Wo es drei Supermärkte und zwei Fluggesellschaften gibt, gibt es keinen Preisdruck.

Ein Teil davon ist historisch gewachsen. Die Zuckermonokultur der Kolonialzeit hat die Inseln über Jahrhunderte darauf getrimmt, ein Exportgut zu produzieren und Nahrungsmittel einzuführen. Diese Abhängigkeit ist nie ganz verschwunden — sie erklärt bis heute, warum ein Salat auf einer tropischen Insel teurer sein kann als in Mitteleuropa.
In welcher Währung zahlt man auf welcher Insel?¶
Die Währungsvielfalt der Region sieht unübersichtlicher aus, als sie ist: Ein großer Teil des Bogens rechnet in Währungen, die fest an den US-Dollar gebunden sind. Wo eine solche Bindung besteht, schwankt der Kurs nicht, und Preise lassen sich über mehrere Inseln hinweg vergleichen. Jede Währung steht hier mit ihrem dreistelligen ISO-Code, denn die Hälfte von ihnen heißt schlicht „Dollar“ — und am Geldautomaten steht der Code, nicht der Name.
| Insel oder Gebiet | Währung | ISO | Bindung | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|---|---|
| Guadeloupe, Martinique, St. Barthélemy, Saint-Martin | Euro | EUR | — | Kein Wechselkursrisiko, dafür europäisches Preisniveau |
| Puerto Rico, Amerikanische Jungferninseln, Bonaire, Saba und Sint Eustatius | US-Dollar | USD | — | Preise unmittelbar mit den USA vergleichbar |
| Anguilla, Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, Montserrat, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen | Ostkaribischer Dollar | XCD | fest: 2,70 XCD = 1 USD, seit 1976 unverändert | Acht Inseln mit demselben, nicht schwankenden Geld — die verlässlichste Vergleichsbasis der Region |
| Barbados | Barbados-Dollar | BBD | fest: 2,00 BBD = 1 USD | Im Kopf zu halbieren; US-Dollar werden fast überall angenommen |
| Aruba | Aruba-Florin | AWG | fest: 1,79 AWG = 1 USD | Karten in den touristischen Zentren durchgehend üblich |
| Curaçao, Sint Maarten | Karibischer Gulden | XCG | fest: 1,79 XCG = 1 USD | Seit 2025 an die Stelle des Antillen-Guldens getreten — ältere Reiseführer nennen noch die alte Währung |
| Kaimaninseln | Kaiman-Dollar | KYD | fest: 1 KYD = 1,20 USD | Die einzige Währung der Region, die mehr wert ist als der US-Dollar. Preise wirken auf den ersten Blick niedriger, als sie sind |
| Trinidad und Tobago | TT-Dollar | TTD | gesteuert, nicht fest | Kurs weitgehend stabil, aber nicht garantiert |
| Jamaika | Jamaika-Dollar | JMD | frei | Vor Ort wechseln, nicht zu Hause; im Hotel gilt oft ein ungünstiger Hauskurs |
| Dominikanische Republik | Dominikanischer Peso | DOP | frei | In den Ferienzentren wird auch in US-Dollar ausgezeichnet |
| Haiti | Gourde | HTG | frei | Für Haiti besteht eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts |
| Kuba | Kubanischer Peso | CUP | amtlicher Kurs, für Reisende nicht belastbar | Der veröffentlichte Kurs hat wenig mit dem zu tun, was Besucher tatsächlich bekommen. Bargeld mitbringen; ausländische Karten funktionieren oft nicht |
Was treibt den Preis einer Reise am stärksten?¶
Nicht das Hotel entscheidet über die Reisekasse, sondern vier andere Größen:
- Die Saison. Die Trockenzeit von Dezember bis April ist Hauptsaison, die Wochen um Weihnachten und Neujahr sind die teuersten des Jahres. Der Unterschied zur Nebensaison ist der größte einzelne Hebel überhaupt — mehr dazu unter beste Reisezeit.
- Die Reiseform. Eine Pauschalreise bündelt Flug, Unterkunft und oft die Verpflegung zu einem kalkulierbaren Betrag und nutzt Kontingente, die einzeln nicht zu haben sind. Individuell gebucht haben Sie mehr Freiheit und weniger Planungssicherheit.
- Die Zahl der Umstiege. Jeder Regionalflug innerhalb der Karibik kostet, gemessen an der Entfernung, unverhältnismäßig viel. Wer mehrere Inseln verbinden will, rechnet das beim Inselhopping von Anfang an ein.
- Die Verpflegung. All-inclusive macht das Budget planbar, à la carte macht es beweglich. Auf vielen Inseln kommen auf Restaurantrechnungen ein Bedienungszuschlag und eine Verbrauchsteuer hinzu, die im ausgezeichneten Preis noch nicht enthalten sind.

Wie behalten Sie das Budget im Griff?¶
Legen Sie die großen Blöcke zuerst fest — Flug und Unterkunft machen den Löwenanteil aus, alles danach ist Feinjustierung. Wer flexibel ist, verschiebt in die Randmonate; wer feste Termine hat, bucht früh.
Beim Geld selbst gilt, was die Tabelle oben zeigt: Auf dem größeren Teil des Bogens ist der Kurs fest, und damit ist der Preisvergleich zwischen zwei Inseln überhaupt erst möglich. US-Dollar werden vielerorts angenommen, oft aber zu einem ungünstigen Hauskurs. Karten sind in den touristischen Zentren Standard, auf kleinen Inseln und auf Märkten ist Bargeld nach wie vor nötig.
Und ein Posten, den viele vergessen: In der Sturmsaison gehören Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung zum Budget — warum, steht auf der Seite zur Hurrikansaison. Den Gesamtüberblick über alle Vorbereitungen gibt die Reiseplanung.
Quellen und weiterführende Informationen¶
- Eastern Caribbean Central Bank: Notenbank des Ostkaribischen Dollars, Mitgliedsländer und die seit 1976 unveränderte Bindung an den US-Dollar
- Auswärtiges Amt — Länderinformationen mit Hinweisen zu Geld, Zahlungsmitteln und Devisenbestimmungen
- Encyclopaedia Britannica — West Indies (Wirtschaft der Inselstaaten)
Quizfrage
Ein großer Teil der Kleinen Antillen zahlt mit dem Ostkaribischen Dollar. Was macht dessen Wechselkurs?
Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.