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Das karibische Paradies

Reiseplanung für die Antillen

Inselhopping in den Kleinen Antillen

Blick vom Heck einer fahrenden Fähre auf das Kielwasser, dahinter eine grüne Insel; an Deck verzurrtes Gepäck.

Inselhopping funktioniert in den Kleinen Antillen besser als irgendwo sonst in der Karibik: Die Inseln liegen wie Perlen auf einer Kette, oft in Sichtweite voneinander. Es funktioniert aber nur abschnittsweise. Wo ein Bogenstück zusammenhängt, fährt die Fähre; dazwischen bleibt nur der Regionalflug — und der ist teurer, als die Entfernung vermuten lässt.

Warum eignen sich die Kleinen Antillen fürs Inselhopping?

Der Bogen ist eine Kette kleiner Inseln mit kurzen Abständen, und jede einzelne ist an einem Tag umrundet. Nirgends sonst ändert sich auf so kurzer Strecke so viel: Nach zwei Stunden Überfahrt wird eine andere Sprache gesprochen, gilt eine andere Währung, kocht die Küche anders und trägt die Architektur eine andere Handschrift. Diese Dichte ist das Erbe der europäischen Konkurrenz um den Zuckerhandel — die Geschichte der Region ist auf einer solchen Reise unmittelbar zu sehen.

Der zweite Grund ist praktisch: Weil die Inseln klein sind, reichen drei bis vier Tage, um eine von ihnen wirklich kennenzulernen. Auf den Großen Antillen wäre das ein Ausschnitt, hier ist es ein Aufenthalt.

Welche Inseln hängen per Fähre zusammen?

Nicht die Karte entscheidet darüber, sondern der Verkehr. Das folgende Schema zeigt den Bogen so, wie er sich mit dem Schiff bereisen lässt: Jede durchgezogene Linie ist ein Abschnitt mit regulärer Fährverbindung, und zwischen zwei solchen Gruppen gibt es keine — dort wird geflogen.

Fährverbindungen in den Kleinen Antillen — Schema Schematische Darstellung, keine maßstäbliche Karte. Von Norden nach Süden: Anguilla, Sint Maarten und St. Barthélemy hängen per Fähre zusammen, Saba und Sint Eustatius sind von dort aus nur unzuverlässig per Schiff und sonst per Kleinflugzeug erreichbar. St. Kitts und Nevis bilden ein eigenes Paar, Antigua und Barbuda ebenso. Das Kernstück ist die Kette Guadeloupe, Dominica, Martinique und St. Lucia, mit den vorgelagerten Inseln Les Saintes und Marie-Galante als Abzweig von Guadeloupe. Weiter südlich verbindet die Fähre St. Vincent mit Bequia und den übrigen Grenadinen. Grenada hat keine reguläre Fähre zu seinen Nachbarn. Trinidad und Tobago sind untereinander verbunden. Aruba, Bonaire und Curaçao haben keine verlässliche Fährverbindung untereinander und werden geflogen.Fährverbindungen im Antillenbogen — Schema, keine Karte Norden Anguilla Sint Maarten / Saint-Martin St. Barthélemy Saba · Sint Eustatius meist Kleinflugzeug St. Kitts Nevis Antigua BarbudaMitte Guadeloupe Dominica Martinique St. Lucia Les Saintes · Marie-GalanteSüden St. Vincent Bequia weitere Grenadinen Grenada keine reguläre Fähre zu den Nachbarn Trinidad Tobago Aruba Bonaire Curaçao abseits des Bogens — untereinander nur per Flug reguläre Fährverbindung nur oder überwiegend per Flug
Die Fährkette der Kleinen Antillen. Schematisch, nicht maßstäblich; Reihenfolge von Norden nach Süden. Betreiber und Fahrpläne wechseln — das Schema zeigt, welche Abschnitte überhaupt zusammenhängen, nicht welches Schiff wann fährt. Auf schmalen Bildschirmen lässt sich das Schema seitwärts schieben.

Fähre oder Regionalflug — was wann?

Fährverbindungen gibt es nur dort, wo die Distanz stimmt und genug Verkehr entsteht. Die folgende Übersicht zeigt die Abschnitte, die sich erfahrungsgemäß gut verbinden lassen. Die Fahrzeiten sind Größenordnungen, kein Fahrplan: Betreiber, Frequenzen und Schiffstypen ändern sich — prüfen Sie die aktuellen Verbindungen, bevor Sie die Route festlegen, und nicht erst danach.

AbschnittVerkehrsmittelFahrzeit, GrößenordnungAnmerkung
Guadeloupe – Dominica – Martinique – St. LuciaFähreje Abschnitt 1 bis 2 StundenDas klassische Kernstück. Überfahrten auf offener See, Seegang möglich
Guadeloupe – Les Saintes / Marie-GalanteFähreunter 1 StundeKurze Überfahrten zu den vorgelagerten Inseln
St. Kitts – NevisFähreunter 1 StundeWenige Kilometer, mehrfach täglich
Antigua – BarbudaFähre1 bis 2 StundenTagesausflug oder Übernachtung
St. Vincent – Bequia und die GrenadinenFähre, Boot, Segelcharterunter 1 Stunde bis Bequia, weiter südlich längerDie Inselkette, für die das Segelboot die natürlichste Fortbewegung ist
Sint Maarten – Anguilla / St. BarthélemyFähreunter 1 StundeKurze Strecken von der geteilten Insel aus
Sint Maarten – Saba / Sint EustatiusKleinflugzeug, zeitweise FähreFlug Minuten, Fähre 1 bis 2 StundenDie Fähre fährt nicht durchgehend. Saba hat eine der kürzesten Verkehrslandebahnen der Welt — nur Kleinflugzeuge
Trinidad – TobagoSchnellfähre und KurzflügeFähre 2 bis 3 StundenDichter Verkehr zwischen den beiden Inseln eines Staates
Aruba – Bonaire – CuraçaoFlugKurzflugKeine verlässliche reguläre Fährverbindung; die ABC-Inseln werden untereinander geflogen
Eine kleine Fähre liegt an einem sonnigen Anleger einer Karibikinsel, davor türkisfarbenes Wasser.
Wo die Fähre fährt, ist der Inselwechsel eine Sache von Stunden und liegt mitten im Ort. Wo sie nicht fährt, wird aus demselben Sprung ein halber Reisetag über ein Drehkreuz.

Alles, was nicht in dieser Liste steht, läuft über den Luftweg — und meist über ein Drehkreuz. Nachbarinseln sind nicht automatisch direkt verbunden: Es kommt vor, dass man eine Insel, die am Horizont liegt, über einen dritten Flughafen ansteuert.

Was spricht für die Fähre, was für den Flug?

Auf den Abschnitten, wo beides möglich ist, entscheidet nicht der Preis allein. Die folgende Gegenüberstellung nennt die Punkte, die Reisende erfahrungsgemäß unterschätzen — vor allem das Gepäck.

KriteriumFähreRegionalflug
Preisdeutlich günstiger, auf kurzen Strecken ein Bruchteilgemessen an der Entfernung unverhältnismäßig teuer
Gepäckgroßzügig, ein Koffer ist kein Themaenge Freigrenzen der kleinen Turboprop-Maschinen; Übergepäck wird berechnet oder fliegt später nach
Zeit von Tür zu TürDer Hafen liegt meist im Ort, die Wege sind kurzFlughafen außerhalb, zweimal Transfer, dazu Vorlaufzeit
WetterSeegang kann eine Fahrt streichen; die Überfahrten führen über offene Seeunempfindlicher gegen Seegang, empfindlich gegen Sturm
Verfügbarkeitnur auf den Abschnitten in der Tabelle obenfast überall — oft aber nur über ein Drehkreuz
FormalitätenGrenzkontrolle im Fährterminal, meist zügigGrenz- und Sicherheitskontrolle am Flughafen
Was man siehtden Abstand zwischen zwei Inseln, und wie klein beide sindihn nicht — man überfliegt ihn in zwanzig Minuten

Was ändert sich bei jedem Inselwechsel?

Mehr, als Reisende erwarten. Jede Insel ist ein eigenes Hoheitsgebiet, also wiederholen sich bei jedem Sprung die Formalitäten: Grenzkontrolle, unter Umständen ein Einreiseformular, gelegentlich eine Ausreisegebühr. Welche Regeln gelten, hängt am politischen Status der jeweiligen Insel — das ordnet die Seite Einreise und Visum.

Dazu kommt die Währung. Auf einem Teil des Bogens gilt der Ostkaribische Dollar, auf den französischen Inseln der Euro, auf den niederländischen wieder etwas anderes; welcher Code auf welcher Insel gilt und wo der Kurs fest ist, steht unter Kosten und Budget.

Segelboote liegen zwischen flachen grünen Inseln im hellen türkisfarbenen Wasser vor Anker.
In den Grenadinen ist das Segelboot kein Freizeitgerät, sondern das naheliegende Verkehrsmittel: Die Inseln liegen so dicht, dass ein Fahrplan sich kaum lohnt.

Wie viele Inseln sind realistisch?

Weniger als die Vorfreude vorschlägt. Jeder Wechsel kostet mit Transfer, Kontrolle und Ankommen mindestens einen halben Tag. Als Faustregel: eine Woche — eine Insel plus ein Tagesausflug; zwei Wochen — zwei, höchstens drei Inseln; drei Wochen — vier. Wer mehr sehen will, wechselt die Reiseform: Eine Kreuzfahrt übernimmt genau diese Logistik, allerdings mit Stunden statt Tagen pro Insel. Den Rahmen für Zeitpunkt, Papiere und Kosten setzt die Reiseplanung.

Quellen und weiterführende Informationen

Quizfrage

Ihr Langstreckenticket bringt Sie mit vollem Koffer in die Karibik. Was gilt auf dem Regionalflug zur Nachbarinsel?

Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.

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