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Das karibische Paradies

Kreuzfahrten in der Karibik

Karibik-Routen

Ein weißes Kreuzfahrtschiff zieht zwischen grünen Karibikinseln durch türkises Wasser.

Karibik-Kreuzfahrten fahren in drei Routenfamilien: östlich zu den Jungferninseln und St. Maarten, westlich nach Jamaika, zu den Kaimaninseln und an die mittelamerikanische Küste, südlich zu den ABC-Inseln und den Windward Islands. Hauptsaison ist Dezember bis April. Die Startorte liegen in Florida, San Juan und auf Barbados.

Welche dieser drei Familien ein Schiff fährt, entscheidet mehr über die Reise als seine Ausstattung. Sie unterscheiden sich in der Zahl der Seetage, in der Anreise, in der Landschaft und in der Sprache an Land. Die folgende Tabelle ordnet das, die Abschnitte darunter erklären es.

RouteTypische ZieleAbfahrtshäfenSeetage
Östliche KaribikJungferninseln, St. Maarten, Puerto Rico, Nordküste der Dominikanischen Republik, BahamasFlorida, gelegentlich San Juanzwei bis drei je Woche
Westliche KaribikJamaika, Kaimaninseln — dazu Ziele in Mexiko, Belize und Honduras, die nicht mehr zu den Antillen gehörenFlorida, teils Häfen am Golf von Mexikozwei bis drei je Woche
Südliche KaribikABC-Inseln, Grenada, St. Lucia, Barbados, Martinique, Dominica, Antigua, St. KittsSan Juan, Barbados, gelegentlich Martinique oder Guadeloupeselten mehr als einer

Was macht die östliche Route aus?

Sie ist die klassische Woche ab Florida und die Route mit den bekanntesten Namen. Angelaufen werden in wechselnder Reihenfolge St. Thomas, Tortola auf den Britischen Jungferninseln, Philipsburg auf Sint Maarten und San Juan auf Puerto Rico; dazu kommt fast immer ein Tag an einem Strandziel der Bahamas oder an der Nordküste der Dominikanischen Republik.

Weil zwischen Florida und dem Inselbogen mehr als tausend Kilometer offenes Wasser liegen, beginnt und endet diese Route mit Seetagen. Das ist kein Nachteil, sondern der Grund, warum viele sie wählen: An Seetagen findet das Schiff selbst statt. Wer dagegen möglichst viele Inseln sehen will, zahlt hier zwei Tage Wegzoll. Der Bogen, den die Route streift, ist der nördliche — die Leeward Islands mit ihrer Mischung aus britischer, französischer und niederländischer Prägung.

Der offene Atlantik vom Deck eines Schiffes aus, bis zum Horizont nichts als Wasser unter hellem Himmel.
Zwei Seetage sind der Eintrittspreis der Florida-Routen. Für die einen sind sie der beste Teil der Reise, für die anderen zwei von sieben Tagen ohne Insel.

Eine Einschränkung gehört dazu, weil der Name sie verdeckt: „Östliche Karibik“ meint das östliche Ende der Fahrtstrecke, nicht den ganzen Ostbogen. Die Windward Islands von Martinique bis Grenada liegen für eine Woche ab Florida zu weit; wer sie sehen will, braucht die südliche Route oder mehr Zeit.

Was macht die westliche Route aus?

Sie ist die kürzere Variante und verlässt die Antillen zur Hälfte. Innerhalb der Region liegen auf ihr Jamaika — meist an der Nordküste — und George Town auf den Kaimaninseln. Die übrigen Halte, so bekannt ihre Namen im Kreuzfahrtprospekt sind, gehören geografisch bereits zu Mexiko und Mittelamerika und nicht zu den Antillen; dieser Reiseführer beschreibt sie deshalb nicht.

Landschaftlich ist der Unterschied zur östlichen Route größer, als die Karte vermuten lässt. Statt kleiner Vulkaninseln in Sichtweite zueinander stehen hier zwei sehr verschiedene Ziele nebeneinander: Jamaikas Berge, Musik und Flüsse auf der einen, die flachen Kalkinseln der Kaimans mit ihren Steilwänden unter Wasser auf der anderen Seite. Wer beide an einem Tag richtig sehen will, muss den Landgang planen — beide Häfen bieten mehr, als der Ortskern zeigt.

Eine flache, helle Kalkinsel mit langem Sandstrand liegt unter greller Sonne im ruhigen Meer, vom Wasser aus gesehen.
Die westliche Route stellt zwei Gegensätze nebeneinander: Jamaikas Berge und Flüsse — und die flachen Kalkinseln der Kaimans, deren eigentliche Landschaft unter Wasser liegt.

Warum hat die südliche Route die wenigsten Seetage?

Weil sie mitten im Inselbogen beginnt. Ab San Juan oder ab Bridgetown auf Barbados liegt die erste Insel über Nacht in Reichweite, und von da an folgt Hafen auf Hafen. Sieben Nächte können hier sechs Landgänge bedeuten statt vier. Angefahren werden je nach Schleife die ABC-Inseln vor Venezuela, die Vulkaninseln der Windward Islands oder beides.

Der Preis dafür ist die Anreise: Wer ab San Juan oder Barbados fährt, braucht einen Langstreckenflug bis dorthin, und in aller Regel einen Vor- oder Nachtag. Dazu kommt bei San Juan die US-Einreise mit ESTA oder Visum, auch wenn das Ziel eine karibische Insel ist. Ein zweiter Vorteil dieser Route wiegt das oft auf: Der südliche Bogen liegt meist außerhalb der üblichen Hurrikanzugbahnen und wird deshalb auch außerhalb der Hochsaison gefahren.

Steile grüne Vulkangipfel einer Karibikinsel steigen im hellen Sonnenlicht direkt aus dem Meer auf, vom Wasser aus gesehen.
Der südliche Bogen liefert das, wofür die Florida-Routen zu weit weg sind: Vulkaninseln, die steil aus dem Wasser steigen, eine nach der anderen.

Wie unterscheidet sich die Anreise je Route?

Der Abfahrtshafen entscheidet über zwei Dinge, die vor der Buchung feststehen sollten: wie lange Sie unterwegs sind, bevor die Reise überhaupt beginnt, und wessen Einreiserecht dabei gilt. Der Flug zum Hafen ist bei allen Karibikrouten ab Deutschland der längste Einzelposten der Anreise.

RouteAbfahrtshafenAnreise ab DeutschlandVor- oder NachtagEinreiseformalität
Östliche KaribikFlorida, gelegentlich San JuanLangstreckenflug in die USAdringend zu empfehlenUS-Einreise mit ESTA oder Visum
Westliche KaribikFlorida, teils Häfen am Golf von MexikoLangstreckenflug in die USAdringend zu empfehlenUS-Einreise mit ESTA oder Visum
Südliche KaribikSan Juan, Bridgetown, gelegentlich Fort-de-France oder Pointe-à-PitreLangstreckenflug mitten in die Karibik, meist mit Umstiegin der Regel nötigab San Juan US-Einreiserecht; ab Barbados oder den französischen Häfen das jeweilige Landesrecht
Überführung ab Europaeuropäische Häfenkeine FlugreiseentfälltAusreise aus der EU; die EU-Fahrgastrechte greifen, weil die Fahrt in einem EU-Hafen beginnt

Welche Papiere dahinterstehen und warum schon der bloße Umstieg in den USA als Einreise zählt, ordnet die Seite Einreise und Visum ein.

Wann fahren die Schiffe in der Karibik?

Die Hauptsaison folgt der Trockenzeit von Dezember bis April. In dieser Zeit sind die meisten Schiffe in der Region, die Routendichte ist am größten, und das Wetter ist am verlässlichsten. Von Juni bis November liegt die Hurrikansaison mit ihrem Höhepunkt zwischen August und Oktober; ein Teil der Flotte verlegt dann nach Europa oder Alaska, ein Teil bleibt.

Für Reisende hat das eine Konsequenz, die man vor der Buchung kennen sollte: Ein Schiff sagt nicht ab, es weicht aus. Zieht ein Sturm auf, ändern Reedereien Reihenfolge, Häfen oder die ganze Schleife — mitunter erst während der Reise. Die Buchung eines bestimmten Hafens ist in dieser Zeit also keine Zusage. Wer aus einem bestimmten Grund an einen bestimmten Ort will, fährt in der Trockenzeit. Warum die Region diese Saison überhaupt hat und wo die Zugbahnen verlaufen, erklärt die Seite zur Hurrikansaison in der Karibik; die Wetterlage über das Jahr steht unter beste Reisezeit für die Antillen.

Wie kommt man ohne Langstreckenflug in die Karibik?

Mit einer Überführungsfahrt. Weil die Flotte im Herbst in die Karibik verlegt und im Frühjahr zurück nach Europa, gibt es zweimal im Jahr Fahrten über den Atlantik — im Oktober und November nach Westen, im April nach Osten. Sie starten in europäischen Häfen, führen häufig über Madeira oder die Kanaren und bestehen zum größeren Teil aus Seetagen. Für Menschen, die nicht fliegen wollen oder können, ist das der einzige Weg in die Region.

Eine juristische Feinheit macht diese Fahrten zusätzlich interessant: Die EU-Fahrgastrechte für den Seeverkehr greifen unter anderem dann, wenn eine Kreuzfahrt in einem Hafen der Europäischen Union beginnt. Eine Rundreise ab Florida fällt nicht darunter, eine Überführung ab Europa dagegen schon. Unabhängig davon gilt deutsches und europäisches Pauschalreiserecht, wenn Flug und Schiff zusammen als Reisepaket gebucht wurden — die häufigste Buchungsform im deutschsprachigen Markt.

Welche Route passt zu welchem Reisenden?

Drei Fragen genügen meistens. Wie viele Seetage sind Ihnen recht? Wer das Schiff als Ziel sieht, ist auf der östlichen oder westlichen Route richtig; wer möglichst viele Inseln will, auf der südlichen. Wie weit wollen Sie anreisen? Florida-Routen bedeuten einen Flug in die USA und meist einen Vortag; südliche Routen einen Flug mitten in die Karibik. Und was wollen Sie an Land sehen? Postkartenstrände und Duty-free liegen im Osten, Berge und Musik im Westen, die dichteste Folge kleiner, sehr unterschiedlicher Inseln im Süden.

Wer die Frage grundsätzlicher stellt, findet die Gegenüberstellung auf der Seite Kreuzfahrt oder Inselurlaub. Was ein Hafentag praktisch hergibt, steht auf der Übersicht der Kreuzfahrthäfen der Karibik, und wer zum ersten Mal an Bord geht, findet die Einsteigerfragen unter die erste Kreuzfahrt. Die Einordnung der Reiseform insgesamt steht auf dem Hub Kreuzfahrten in der Karibik.

Welche Route zu welchem Termin tatsächlich angeboten wird, ändert sich von Saison zu Saison. Die aktuellen Abfahrten und Preise stehen bei den Karibik-Kreuzfahrten auf reise.de; dort liegt auch der Kreuzfahrt-Ratgeber.

Quellen und weiterführende Informationen

Quizfrage

Warum bringt eine Karibikroute ab San Juan oder Barbados meist mehr Landgänge als eine ab Florida?

Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.

06 Angebote

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Preise und Verfügbarkeit stammen vom Partnersystem und ändern sich laufend.

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