Antillen.de
Antillen.de

Das karibische Paradies

Kreuzfahrten in der Karibik

Häfen der Karibik

Ein bunter karibischer Kreuzfahrthafen mit pastellfarbenen Lagerhäusern und Palmen unter hellblauem Himmel.

Fast jede Antilleninsel hat einen Kreuzfahrthafen, aber kaum zwei sind gleich. Manche Piers liegen im Ortskern, andere Kilometer davon entfernt, und einige Inseln haben gar keinen Pier, sondern werden nur mit Tenderbooten bedient. Diese Übersicht ordnet die Häfen und sagt, was ein Tag an Land jeweils hergibt.

Warum entscheidet der Hafen über den Tag an Land?

Weil ein Hafentag eine feste Zeitmenge ist und der Weg vom Schiff in den Ort davon abgeht. Liegt der Pier im Zentrum, ist man nach zehn Minuten dort, wo die Insel stattfindet. Liegt er in einem Industriehafen, gehen leicht zwei Stunden für Hin- und Rückweg drauf — von acht oder neun Stunden Liegezeit. Und wird getendert, kommt die Wartezeit auf das Boot dazu, in beide Richtungen.

Die zweite Größe ist die Insel selbst. Auf kleinen Inseln erreicht man von der Pier aus fast alles; auf großen ist der Hafen nur der Anfang. Wer in Ocho Rios an Land geht, hat Jamaika nicht gesehen, sondern die Nordküste — die Berge, Kingston und der Osten liegen außer Reichweite. Genau deshalb verlinkt diese Seite auf die Inselporträts, statt sie nachzuerzählen: Der Hafen sagt, wo der Tag beginnt, die Inselseite sagt, ob er sich lohnt.

Pier oder Tenderboot — was ändert das?

Alles am Zeitplan. An einem Pier geht man über eine Gangway an Land, jederzeit und ohne Anmeldung. Beim Tendern ankert das Schiff auf Reede, und Beiboote bringen die Gäste in Gruppen an den Anleger. Das bedeutet Wartenummern am Morgen, eine Schlange am späten Nachmittag und ein echtes Risiko bei Wind: Ist der Seegang zu hoch, wird der Landgang ganz gestrichen. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist das Übersteigen in ein bewegtes Boot zudem eine reale Hürde — wer darauf angewiesen ist, sollte vor der Buchung wissen, welche Häfen der Route getendert werden.

Ein kleines Tenderboot quert helles türkisfarbenes Wasser zu einem karibischen Anleger, dahinter liegt ein großes Schiff vor Anker.
Tendern heißt: Das Schiff kommt nicht an den Ort heran. Zwischen Kabine und Kai liegen eine Wartenummer, ein Boot und bei zu viel Seegang die Absage des Landgangs.

Ein bekanntes Beispiel für einen reinen Tenderhafen ist George Town auf den Kaimaninseln: Ein fester Anleger für große Schiffe fehlt bis heute, und in einer Volksabstimmung 2025 wurde der Bau abgelehnt. Getendert wird außerdem in Gustavia auf St. Barthélemy und in den wenigen Häfen der kleinsten Inseln.

Welche Insel hat welchen Hafen?

Die folgende Tabelle listet die Häfen des Antillenbogens, die von Kreuzfahrtschiffen angelaufen werden, mit der Art des Anlegens und dem Weg in den Ort. Sie ist bewusst knapp gehalten: Was auf der Insel selbst zu sehen ist, steht auf der jeweiligen Inselseite, die in der ersten Spalte verlinkt ist. Nicht aufgeführt sind Häfen außerhalb der Antillen — Cozumel, Roatán und die mittelamerikanische Küste gehören geografisch nicht zu dieser Region, auch wenn sie auf westlichen Routen vorkommen. Zwei Zeilen ruhen derzeit, und das steht bei ihnen: Ein Hafen, den es gibt, ist nicht dasselbe wie ein Hafen, der angelaufen wird.

InselHafenAnlegenWeg in den Ort
Puerto RicoSan JuanPierPiers liegen am Rand der Altstadt — zu Fuß
JamaikaOcho Rios, Falmouth, Montego BayPierje nach Hafen fußläufig oder per Shuttle
KaimaninselnGeorge Townnur TenderAnleger mitten im Ort
Dominikanische Republikzwei benachbarte Terminals bei Puerto Plata, dazu La Romana und Santo DomingoPierTerminalgelände; in die Städte nur per Fahrt
KubaHavannaPierAltstadt unmittelbar gegenüber — ruht: seit dem US-Verbot von 2019 laufen internationale Reedereien die Insel kaum noch an
Haitiein abgezäuntes Reedereigelände an der NordküstePierein Ortsbesuch war nie vorgesehen — ruht: die Anläufe sind seit 2024 ausgesetzt und bis auf Weiteres gestrichen
Amerikanische JungferninselnCharlotte Amalie (zwei Piers), Frederiksted auf St. CroixPierOrtskern per Shuttle, Taxi oder Wassertaxi
Britische JungferninselnRoad Town auf TortolaPierOrtskern zu Fuß
St. Martin / Sint MaartenPhilipsburgPierin den Ort per Wassertaxi oder über die Strandpromenade
St. Kitts und NevisBasseterrePierOrtskern zu Fuß
Antigua und BarbudaSt. John’sPierOrtskern zu Fuß
GuadeloupePointe-à-PitrePierOrtskern zu Fuß
DominicaRoseau, dazu ein zweiter Liegeplatz im NordenPierOrtskern zu Fuß
MartiniqueFort-de-FrancePierOrtskern zu Fuß
St. LuciaCastriesPierOrtskern zu Fuß oder per Wassertaxi über die Bucht
St. Vincent und die GrenadinenKingstownPierOrtskern zu Fuß
BarbadosBridgetown, TiefwasserhafenPieraußerhalb des Zentrums — Shuttle, Taxi oder längerer Fußweg
GrenadaSt. George’sPierCarenage zu Fuß
Trinidad und TobagoPort of Spain, Scarborough auf TobagoPierOrtskern zu Fuß
ArubaOranjestadPierOrtskern zu Fuß
CuraçaoWillemstadPierOtrobanda zu Fuß, Punda über die Pontonbrücke
BonaireKralendijkPierOrtskern zu Fuß
St. BarthélemyGustaviaTenderAnleger mitten im Ort
Anguilla, Montserrat, Saba und Sint Eustatiuskeine regulären Anläufe großer SchiffeTender, kleine Schiffe

Wie weit ist es vom Pier in den Ort?

Es gibt drei Muster, und man erkennt sie im Voraus an der Karte. Beim ersten liegt der Pier im Ort: St. John’s, Basseterre, Roseau, Kingstown, Kralendijk, Oranjestad, Road Town. Man geht von der Gangway in die Hauptstraße, und der Tag beginnt sofort. Beim zweiten liegt der Pier am Ortsrand oder gegenüber: Willemstad, Castries, Philipsburg, Charlotte Amalie. Hier überbrücken Wassertaxis, Shuttles oder ein Fußweg entlang der Bucht die Lücke — Aufwand, aber kein Hindernis. Beim dritten liegt der Pier in einem Fracht- oder Freihafen: Bridgetown, Montego Bay, die Terminals in der Dominikanischen Republik. Dort steht am Ausgang ein Shuttle, und ohne ihn ist der Weg unangenehm.

Ein langer Tiefwasserpier reicht aus einem Industriehafen einer Karibikinsel ins Meer, von einem Grat über der Bucht im hellen Sonnenlicht gesehen.
Der Tiefwasserpier liegt dort, wo das Wasser tief ist — nicht dort, wo der Ort ist. Zwei Stunden von neun sind allein der Weg, bevor der Tag beginnt.

Eine Ausnahme kennt der Bogen noch: die abgezäunten Reedereigelände, bei denen der Pier gar nicht zu einem Ort führt, sondern zu einem Strand, der eigens dafür angelegt wurde. Das kommt in der Region an der Nordküste Haitis und in der Dominikanischen Republik vor. Als Strandtag funktioniert das gut; ein Landgang im Sinne dieses Reiseführers ist es nicht. Das haitianische Gelände zeigt zugleich, wie wenig ein solcher Pier mit dem Land verbunden ist, in dem er liegt: Wegen der Sicherheitslage werden die Anläufe dort seit 2024 ausgesetzt, ohne dass das Gelände selbst betroffen wäre — eine Reederei streicht in diesem Fall einen Strand, kein Reiseziel.

Was geht an einem Hafentag realistisch?

Eine Sache, nicht drei. Von der Liegezeit gehen der Weg in den Ort, der Rückweg und ein Sicherheitspuffer ab; was bleibt, reicht für den Ortskern oder für ein Ziel im Landesinneren oder für einen Strand. Wer alles drei versucht, sieht nichts davon.

Was eine Liegezeit von typischerweise acht bis neun Stunden übrig lässt, hängt fast nur an der Lage des Piers. Die vier Muster oben in dieser Reihenfolge:

Lage des PiersZeit für Hin- und RückwegWas in der verbleibenden Zeit realistisch istBeispiele
Pier im Ortkaum messbarDer Ortskern in Ruhe und ein Ziel in der Nähe — oder ein langer StrandnachmittagSt. John’s, Basseterre, Roseau, Kingstown, Kralendijk, Oranjestad, Road Town
Pier am Ortsrand oder gegenüberje nach Wassertaxi oder Shuttle eine halbe bis eine StundeDer Ortskern oder ein Ziel im Umland, nicht beidesWillemstad, Castries, Philipsburg, Charlotte Amalie
Fracht- oder Freihafenbis zu zwei StundenEin einziges Ziel, mit Shuttle oder als gebuchter AusflugBridgetown, Montego Bay, die Terminals bei Puerto Plata
Tenderhafeneine bis zwei Stunden Warten und ÜbersetzenEin Vorhaben nahe am Anleger. Bei zu hohem Seegang gar nichtsGeorge Town, Gustavia

Dazu kommt ein Faktor, den die Liegezeit nicht verrät: wie viele Schiffe an diesem Tag da sind. An den großen Häfen der östlichen Routen liegen an Spitzentagen mehrere große Einheiten gleichzeitig; dann halten sich in einem Ort mit wenigen tausend Einwohnern zeitweise mehr Gäste auf als Einheimische dort wohnen. Das verändert Wartezeiten, Preise und die Stimmung auf der Hauptstraße erheblich. Wer Ruhe sucht, geht früh von Bord und kehrt um die Mittagszeit um — oder wählt eine Route, die seltener bediente Häfen anläuft.

Zwei große Schiffe liegen im hellen Sonnenlicht nebeneinander und überragen die niedrigen Dächer eines karibischen Hafenortes.
An Spitzentagen liegen mehrere große Einheiten gleichzeitig im selben Hafen. In einem Ort mit wenigen tausend Einwohnern verschiebt das Wartezeiten, Preise und die Stimmung auf der Hauptstraße.

Ein Wort zur Barrierefreiheit, weil es sonst kaum irgendwo steht: Piers sind in aller Regel eben und zugänglich, Tenderboote sind es nicht. Das Übersteigen mit Rollstuhl oder Rollator kann abgelehnt werden, wenn der Seegang es nicht zulässt — diese Entscheidung trifft die Schiffsführung vor Ort und nicht die Buchung. Wer darauf angewiesen ist, sollte die Tenderhäfen einer Route vorher kennen und im Zweifel eine Route ohne sie wählen.

Für die Wahl hilft eine einfache Unterscheidung. Ein Ausflug der Reederei kostet mehr und ist starrer — aber das Schiff wartet auf ihn, weil es sein eigener ist. Ein selbst organisierter Tag ist günstiger und freier, verlangt aber, dass Sie Ihre Rückkehrzeit selbst verantworten: Die letzte Einschiffungszeit liegt in der Regel eine halbe Stunde vor dem Ablegen, und sie gilt in Bordzeit — die auf mehreren Inseln von der Ortszeit abweicht. Diese eine Zahl ist die wichtigste des Tages. Alles Weitere zum Ablauf an Bord steht unter die erste Kreuzfahrt.

Woran erkennt man einen Heimathafen?

Daran, dass die Reise dort beginnt und endet. In der Region sind das vor allem San Juan auf Puerto Rico und Bridgetown auf Barbados, dazu die Häfen Floridas außerhalb der Antillen. Ein Heimathafen bedeutet für Reisende dreierlei: einen Flug dorthin, in aller Regel einen Vor- oder Nachtag — und die Einreiseformalitäten des betreffenden Landes. Bei San Juan heißt das US-Einreiserecht mit ESTA oder Visum, auch wenn das Reiseziel eine karibische Insel ist; die Einordnung steht unter Einreise und Visum.

Welche Häfen in welcher Reihenfolge zusammengehören, zeigt die Seite zu den Karibik-Routen; die Reiseform insgesamt ordnet der Hub Kreuzfahrten in der Karibik ein. Und wer sich fragt, ob ein Hafentag überhaupt die richtige Art ist, eine Insel kennenzulernen, findet die ehrliche Gegenüberstellung unter Kreuzfahrt oder Inselurlaub.

Welches Schiff welchen Hafen anläuft, steht im Fahrplan der jeweiligen Reederei. Einen Überblick über die aktuellen Karibikrouten gibt es bei den Karibik-Kreuzfahrten auf reise.de.

Quellen und weiterführende Informationen

Quizfrage

Ein vielbesuchtes Kreuzfahrtziel der westlichen Karibik hat bis heute keinen Pier für große Schiffe — alle Gäste kommen mit Tenderbooten an Land. Welches?

Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.

06 Angebote

Reisen in die Karibik

Preise und Verfügbarkeit stammen vom Partnersystem und ändern sich laufend.

  • Punta Cana Seven Beaches

    Pueblo Bavaro (Playa Bavaro - Punta Cana)

    Punta Cana Seven Beaches

    9 Tage · OV · ★★★

    ab822 €

    LMX Touristik Dynamisch

    Angebot ansehen
  • Apartments Bavaro Green - Punta Cana

    Pueblo Bavaro (Playa Bavaro - Punta Cana)

    Apartments Bavaro Green - Punta Cana

    9 Tage · OV · ★★★

    ab830 €

    LMX Touristik Dynamisch

    Angebot ansehen
  • Cappuccino Mare

    Playa de Arena Gorda

    Cappuccino Mare

    8 Tage · ÜF · ★★★

    ab882 €

    TUI Deutschland

    Angebot ansehen

Alle Karibik-Pauschalreisen ansehen

Mehr in diesem Kapitel