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Das karibische Paradies

Kreuzfahrten in der Karibik

Die erste Kreuzfahrt

Ein Kreuzfahrtschiff ankert vor einer karibischen Insel unter tiefblauem Himmel, vom palmengesäumten Ufer aus gesehen.

Bei der ersten Kreuzfahrt entscheiden vier Dinge über die Zufriedenheit: die Kabine, das Trinkgeldsystem, die Organisation der Landgänge und das Wissen darüber, was im Reisepreis steckt und was nicht. Alles vier lässt sich vor der Buchung klären — und nichts davon hat mit dem Namen des Schiffes zu tun.

Welche Kabine passt zu wem?

Die Kabinenfrage hat zwei Teile, und der zweite wird meistens übersehen. Der erste Teil ist die Kategorie:

KategorieWas sie bietetFür wenWorauf zu achten ist
Innenkabinekein Fenster, der günstigste PreisWer die Kabine als Schlafplatz betrachtetOhne Tageslicht geht das Zeitgefühl leicht verloren — für andere ist genau das der Vorteil
Außenkabineein Fenster, das sich nicht öffnen lässtWer Tageslicht will, aber keinen Balkon brauchtIn manchen Lagen ist die Sicht durch Rettungsboote teilweise verstellt; die Kategorienbezeichnung muss das ausweisen
Balkonkabineein eigener AußenbereichAuf einer Karibikroute der eigentliche GewinnDie Einfahrt in einen Hafen sieht man vom eigenen Balkon — auf dieser Route der häufigste Grund, warum es die Kategorie wert ist
Suitedeutlich mehr Platz, dazu Vorrechte beim Einschiffen und bei der TischwahlWer Wert auf Abläufe legtDer Aufpreis kauft Platz und Bequemlichkeit, nicht mehr Insel
Garantiekabineeine zugesagte Kategorie ohne feste KabinennummerWer den Preisvorteil höher gewichtet als die WahlDie Lage im Schiff wird zugeteilt — ein fairer Handel, den man aber bewusst eingehen sollte

Der zweite Teil ist die Lage im Schiff, und sie ist bei gleichem Preis frei wählbar. Schiffsmitte und ein tiefes Deck bedeuten am wenigsten Bewegung — wichtig für alle, die empfindlich auf Seegang reagieren. Direkt unter dem Pooldeck, über dem Theater oder neben einem Treppenhaus wird es laut; ganz vorn hört man frühmorgens das Ankergeschirr, ganz achtern spürt man die Maschine. Wer eine Garantiekabine bucht, gibt genau diese Wahl ab — das ist der Preisvorteil, den die Tabelle oben in der letzten Zeile nennt.

Blick über die Reling eines Kabinenbalkons auf eine helle karibische Bucht am Morgen.
Auf einer Karibikroute liegt das Schiff fast jeden Morgen vor einer anderen Insel. Das ist das Argument für den Balkon — und der Grund, warum er hier mehr wert ist als auf einer Route mit vielen Seetagen.

Was ist im Reisepreis enthalten und was nicht?

Die Grenze verläuft bei fast allen Schiffen ähnlich, auch wenn die Details sich unterscheiden. Diese Übersicht gilt als Faustregel, nicht als Zusage — was gilt, steht in der Leistungsbeschreibung Ihrer Buchung.

Meist enthaltenMeist nicht enthalten
Kabine mit Reinigung und ServiceGetränke außerhalb von Wasser, Tee und einfachem Kaffee
Verpflegung im Hauptrestaurant und im BuffetZuzahlungsrestaurants und Spezialitätenlokale
Unterhaltungsprogramm, Theater, BordveranstaltungenLandausflüge der Reederei
Pool, Sportbereich, KinderbetreuungWellnessbereich, Anwendungen, Friseur
Hafengebühren und Steuern (in der Regel eingerechnet)Internet an Bord und Wäscheservice
Tenderboote zum LandgangTrinkgelder, sofern sie nicht im Preis stecken
—Arztbesuch an Bord — wird privat abgerechnet

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Die medizinische Versorgung an Bord ist eine Privatleistung und wird in Rechnung gestellt; ein Rücktransport aus der Karibik ist teuer. Eine Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransport gehört deshalb zu dieser Reiseform dazu.

Wie funktionieren Trinkgelder an Bord?

Auf den meisten Schiffen gar nicht mehr als Geste, sondern als Position. Üblich ist ein fester Tagesbetrag je Person, der automatisch dem Bordkonto belastet und unter dem Servicepersonal verteilt wird — bei Kindern oft anteilig, bei Suiten oft höher. Im deutschsprachigen Markt ist dieser Betrag häufiger schon im Reisepreis enthalten als im internationalen; das ist einer der Punkte, an denen zwei scheinbar gleich teure Angebote sich unterscheiden.

Zwei Dinge sind gut zu wissen. Der Betrag ist meist an der Rezeption änderbar — das ist als Beschwerdeweg gedacht und nicht als Sparmöglichkeit, denn er ist ein Gehaltsbestandteil. Und er deckt den Service an Bord ab, nicht den an Land: Fahrer, Guides und Bootsleute beim Landgang rechnen getrennt ab.

Wie läuft der erste Tag an Bord ab?

Formal, und das aus gutem Grund. Beim Einschiffen werden Reisepass und Bordkarte kontrolliert und eine Zahlungskarte für das Bordkonto hinterlegt; an Bord wird ausschließlich bargeldlos gezahlt, abgerechnet wird am Ende der Reise. Danach folgt die Seenotübung: Sie ist international vorgeschrieben, sie findet vor oder unmittelbar nach dem Auslaufen statt, und die Teilnahme ist Pflicht. Wer sie versäumt, wird nachgeholt.

Der Rest des ersten Tages gehört der Orientierung. Es lohnt sich, an diesem Tag drei Dinge festzuhalten: wo der eigene Sammelplatz liegt, wie die Bordzeit zur eigenen Uhr steht und wann am ersten Hafentag die letzte Einschiffungszeit ist. Alles drei steht im Tagesprogramm, das jeden Abend in die Kabine kommt oder in der App erscheint.

Wie organisiert man den Landgang?

Es gibt zwei Wege, und sie unterscheiden sich in genau einem Punkt: der Verantwortung für die Rückkehr. Beim Ausflug der Reederei liegt sie beim Schiff — verspätet sich der Bus, wartet es, weil es sein eigener Ausflug ist. Beim selbst organisierten Tag liegt sie bei Ihnen. Das ist günstiger, freier und meist näher an der Insel; es verlangt aber einen Puffer und den Blick auf die richtige Uhr, denn die letzte Einschiffungszeit gilt in Bordzeit, und die weicht auf mehreren Antilleninseln von der Ortszeit ab.

Welche Häfen einen Fußweg in den Ort erlauben, welche einen Shuttle verlangen und welche nur mit Tenderbooten bedient werden, steht auf der Übersicht der Kreuzfahrthäfen der Karibik. Als Faustregel für die Planung gilt: Ein Hafentag trägt ein Vorhaben. Der Ortskern oder das Ziel im Landesinneren oder der Strand — nicht alles drei.

Menschen gehen am hellen Nachmittag über einen sonnigen Pier zurück zu ihrem Schiff.
Die letzte Einschiffungszeit liegt in der Regel eine halbe Stunde vor dem Ablegen — und sie gilt in Bordzeit, die auf mehreren Antilleninseln von der Ortszeit abweicht.

Was sollte man vor der Buchung geklärt haben?

Vier Punkte, die sich später nicht mehr ändern lassen. Erstens die Papiere: Für die Reise haftet der Gast, nicht die Reederei — wer die nötigen Dokumente nicht hat, wird nicht befördert. Startet oder endet die Route in San Juan oder in Florida, gilt US-Einreiserecht mit ESTA oder Visum, auch wenn das Reiseziel karibisch ist; die Systematik steht unter Einreise und Visum in der Karibik. Zweitens die Route: Seetage, Liegezeiten und Abfahrtshafen entscheiden über den Charakter der Reise mehr als das Schiff — die Unterschiede erklärt die Seite zu den Karibik-Routen.

Drittens die Jahreszeit: Zwischen Juni und November kann eine Route kurzfristig geändert werden, weil Schiffe Stürmen ausweichen. Die gebuchte Hafenfolge ist in dieser Zeit keine Zusage — mehr dazu auf der Seite zur Hurrikansaison. Viertens der Rechtsrahmen: Die EU-Fahrgastrechte für den Seeverkehr greifen unter anderem dann, wenn die Fahrt in einem EU-Hafen beginnt — bei einer Rundreise ab Florida also nicht. Wird Flug und Schiff dagegen zusammen als Pauschalreise gebucht, gilt das europäische Pauschalreiserecht unabhängig davon, wo abgelegt wird. Diese Unterscheidung ist im Streitfall der ganze Unterschied.

Wird man seekrank?

In der Karibik seltener, als viele erwarten. Die Antillen liegen in der Passatzone, und ein Großteil der Strecke führt im Windschatten der Inselkette entlang; die großen Schiffe sind zudem stabilisiert. Unruhiger wird es auf den Seetagen zwischen Florida und dem Inselbogen und im offenen Atlantik östlich von Barbados.

Ruhiges, helles Wasser im Windschatten einer grünen Inselkette, vom Deck eines Schiffes aus gesehen.
Der größte Teil einer Karibikroute führt im Windschatten der Inselkette entlang. Unruhig wird es dort, wo dieser Schutz endet: auf den Seetagen nach Florida und östlich von Barbados.

Wer empfindlich ist, wählt eine Kabine mittschiffs auf einem tiefen Deck, verzichtet auf die erste Reise in der Sturmsaison und klärt Medikamente vorab mit der Hausärztin. Und wer grundsätzlich zweifelt, ob das Schiff die richtige Art ist, diese Region zu sehen, findet die ehrliche Gegenüberstellung unter Kreuzfahrt oder Inselurlaub. Die Reiseform insgesamt ordnet der Hub Kreuzfahrten in der Karibik ein.

Wenn die Fragen geklärt sind, beginnt die Suche nach dem Schiff. Angebote und Termine für die Region stehen bei den Karibik-Kreuzfahrten auf reise.de, allgemeine Hinweise im Kreuzfahrt-Ratgeber.

Quellen und weiterführende Informationen

Quizfrage

Sie sind auf eigene Faust an Land, und der Rückweg zieht sich. Nach welcher Uhr richtet sich die letzte Einschiffungszeit?

Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.

06 Angebote

Reisen in die Karibik

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