Antillen.de
Antillen.de

Das karibische Paradies

Die Kleinen Antillen

Leeward Islands

Eine flache grüne Insel mit weißem Strand und türkisem Flachwasser.

Die Leeward Islands sind der nördliche Teil der Kleinen Antillen: der Inselbogen von den Jungferninseln bis Guadeloupe. Auf rund vierhundert Kilometern liegen hier zwei unabhängige Staaten und Gebiete von vier weiteren Ländern. Auf Deutsch zählen sie zu den Inseln über dem Winde — nicht zu den Inseln unter dem Winde, die etwas ganz anderes meinen.

Lagenördlicher Teil der Kleinen Antillen, von den Jungferninseln bis Guadeloupe
Deutscher NameTeil der „Inseln über dem Winde“ — zusammen mit den Windward Islands
Unabhängige StaatenAntigua und Barbuda, St. Kitts und Nevis
Außengebietebritisch, französisch, niederländisch und US-amerikanisch
SprachenEnglisch, Französisch, Niederländisch — dazu englisch- und französischbasierte Kreolsprachen
WährungenOstkaribischer Dollar, US-Dollar, Euro, Karibischer Gulden
Höchster BergLa Grande Soufrière, 1.467 Meter (Guadeloupe) — zugleich der höchste der Kleinen Antillen
Tätiger VulkanSoufrière Hills auf Montserrat
Beste ReisezeitDezember bis April (Trockenzeit)
Hurrikansaison1. Juni bis 30. November, Höhepunkt August bis Oktober
Flugzeit ab Frankfurtrund zehn Stunden

Welche Inseln gehören zu den Leeward Islands?

Von Nordwesten nach Südosten sind es diese, und jede hat auf dieser Seite ihre eigene:

Dazu kommen unbewohnte Nebeninseln wie Redonda vor Antigua und Sombrero vor Anguilla sowie der guadeloupische Archipel mit Marie-Galante, Les Saintes und La Désirade. Wo die Inseln zueinander liegen, zeigen die Karten der Antillen.

Eine Grenze ist strittig, und das gehört gesagt: Dominica wird in älteren Quellen zu den Leeward Islands gezählt, in neueren zu den Windward Islands. Diese Seite folgt der neueren Zuordnung — warum sich das überhaupt verschoben hat, steht im nächsten Abschnitt.

Warum heißen sie Leeward, wenn der Passat direkt auf sie zuweht?

Weil der Name nicht das Wetter auf der Insel beschreibt, sondern die Anfahrt eines Segelschiffs. Der Nordost-Passat weht über den gesamten Bogen, über die Leeward Islands genauso wie über die Windward Islands. Wer aus Europa kam, lief mit diesem Wind im Rücken die südöstlichen Inseln zuerst an — Barbados, Martinique. Von dort aus lagen alle weiteren Inseln unter dem Wind, also in Lee. Die Einteilung ist damit eine Routenbeschreibung aus der Zeit der Segelschifffahrt, keine Klimaangabe.

Festgeschrieben hat sie die britische Verwaltung. Die Leeward Islands waren eine eigene Kolonie, zu der Antigua, Montserrat, St. Kitts, Nevis, Anguilla und die Britischen Jungferninseln gehörten — und von 1871 bis 1940 auch Dominica. 1940 wurde die Insel den Windward Islands zugeschlagen. Genau deshalb findet man sie bis heute in beiden Listen: Die Grenze ist nicht verrutscht, sie wurde einmal per Verwaltungsakt verschoben.

Der Name erklärt auch, warum er so schlecht passt: Er ist britisch, während auf demselben Bogen französische, niederländische und US-amerikanische Gebiete liegen, die diese Einteilung nie benutzt haben.

Was sind die Inseln über dem Winde — und was die Inseln unter dem Winde?

Hier steckt die häufigste Verwechslung der ganzen Region, und sie entsteht in der Übersetzung. Die deutschen Begriffe decken sich nicht mit den englischen:

  • Inseln über dem Winde — der gesamte östliche Bogen, dem Atlantik und dem Passat zugewandt. Er umfasst sowohl die englischen Leeward Islands als auch die Windward Islands. Diese Seite gehört also dazu.
  • Inseln unter dem Winde — der südliche Bogen vor Venezuela, wo der Passat kaum noch ankommt: die Leeward Antilles mit Aruba, Bonaire und Curaçao. Auf Englisch heißen sie Leeward Antilles, und trotz des gleichen Wortes sind sie nicht dasselbe wie die Leeward Islands.

Kurz: Leeward Islands ist eine Untergruppe der Inseln über dem Winde. Die Inseln unter dem Winde liegen rund tausend Kilometer weiter südwestlich und haben mit dieser Seite nichts zu tun. Wer den Unterschied einmal verstanden hat, liest jede Karibikkarte anders.

Warum ist Anguilla flach und Saba ein steiler Kegel?

Weil die Leeward Islands aus zwei Bögen bestehen, die dicht nebeneinander liegen. Östlich der Kleinen Antillen taucht die Atlantische Platte unter die Karibische ab; aus dieser Subduktionszone speist sich seit Millionen Jahren ein Vulkanbogen. Der ältere, äußere Bogen ist längst erloschen und unter einer Kappe aus Kalkstein verschwunden — das sind die flachen, trockenen Inseln: Anguilla, dessen höchste Erhebung unter siebzig Metern bleibt, Barbuda, Antigua und die Osthälfte Guadeloupes. Der jüngere, innere Bogen ist noch tätig und trägt die steilen Kegel: Saba, Sint Eustatius, St. Kitts, Nevis, Montserrat und die Westhälfte Guadeloupes.

Eine flache Kalkinsel mit hellem Sandstrand und trockenem Buschwerk liegt in klarem türkisfarbenem Flachwasser.
Der äußere Bogen ist Kalkstein, kein Vulkan. Anguilla, Barbuda, Antigua und Grande-Terre bleiben flach, das Wasser davor ist seicht, und das Riff liegt nah am Ufer.

Man sieht den Unterschied ohne jede Geologiekenntnis. Auf dem äußeren Bogen ist der Sand hell, das Wasser flach, das Land trocken und das Riff nah. Auf dem inneren Bogen ist der Sand dunkel, der Hang steil, der Regen häufig und das Wasser vor der Küste sofort tief. Guadeloupe führt beides auf einer Insel vor: Grande-Terre im Osten flach und von Stränden gesäumt, Basse-Terre im Westen bergig, feucht und vulkanisch.

Dichter grüner Regenwald mit Kokospalmen fällt steil zu einem schmalen dunklen Sandstrand ab, davor liegt sofort tiefblaues Wasser.
Wenige Kilometer weiter westlich, auf dem inneren Bogen: Der Hang fällt steil ab, der Sand ist dunkel, und vor der Küste wird das Wasser sofort tief.

Tätig ist in dieser Gruppe vor allem der Soufrière Hills auf Montserrat. Sein Ausbruch ab 1995 begrub die Hauptstadt Plymouth; der gesamte Süden der Insel ist bis heute Sperrzone, die letzte eruptive Phase lag zwischen 2005 und 2013. Auf Guadeloupe steht mit La Grande Soufrière der höchste Berg der Kleinen Antillen, 1.467 Meter; seine letzte Unruhe war 1976/77 eine Dampfexplosionskrise, für die der Süden von Basse-Terre monatelang geräumt wurde. Beide Vulkane werden von eigenen Observatorien überwacht, deren Bulletins vor jeder Gipfeltour gelesen gehören — die Übersicht steht auf der Seite über die Vulkane der Antillen. Saba, Sint Eustatius, St. Kitts und Nevis tragen ruhende Vulkane: Auf Sint Eustatius wächst im Krater des Quill Regenwald, auf Saba ist Mount Scenery mit knapp 900 Metern der höchste Punkt des gesamten Königreichs der Niederlande.

Warum liegen auf so kurzer Strecke so viele Flaggen?

Weil der Zucker sich nicht um Entfernungen scherte. Im 17. und 18. Jahrhundert war jede dieser Inseln eine Plantagenkolonie, und jede europäische Seemacht wollte eigene. Die Inseln wechselten im Krieg den Besitzer, wurden im Frieden getauscht und blieben am Ende dort, wo der letzte Vertrag sie hinterließ. St. Kitts war die erste englische Siedlung der Karibik und zugleich die erste französische — beide teilten sich die Insel jahrzehntelang. St. Martin ist seit 1648 zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilt und ist damit bis heute die kleinste bewohnte Insel der Welt, die sich zwei Staaten teilen. Wie aus Zuckerrohr diese politische Landkarte wurde, erzählt die Seite über Kolonialzeit und Zuckerrohr.

Zwei Episoden zeigen, wie viel hier einmal auf dem Spiel stand. Sint Eustatius, heute eine Insel mit gut dreitausend Einwohnern, war als Freihafen einer der größten Warenumschlagplätze der Welt; am 16. November 1776 erwiderte Fort Oranje den Salut eines Schiffes der amerikanischen Aufständischen, und 1781 plünderte eine britische Flotte die Insel dafür gründlich. Auf Antigua steht in English Harbour die einzige erhaltene georgianische Marinewerft der Welt, seit 2016 UNESCO-Welterbe. Vor beidem lebten hier die Kalinago; was nach 1493 geschah, als die zweite Reise Kolumbus’ genau diesen Bogen hinauflief und ihm die Namen gab, die er heute trägt, steht unter indigene Völker und die Eroberung.

Alte Werftgebäude aus Backstein und Naturstein stehen an einem ruhigen Hafenbecken, davor liegen Segelyachten mit hohen Masten.
English Harbour auf Antigua: die einzige erhaltene georgianische Marinewerft der Welt, seit 2016 UNESCO-Welterbe. Gebaut wurde sie, weil die Bucht Schiffe vor Hurrikanen schützt.

Für die Reise ist diese Geschichte keine Fußnote, sondern Planungsstoff. Auf kurzer Strecke wechseln vier Währungen — Ostkaribischer Dollar, US-Dollar, Euro und Karibischer Gulden —, drei Amtssprachen und vier Einreiseregime: Die Amerikanischen Jungferninseln verlangen die US-Einreise samt ESTA, die Britischen Jungferninseln führen eine eigene Einwanderungsbehörde, Guadeloupe ist EU-Gebiet und St. Barthélemy seit 2012 nicht mehr. Die Übersicht dazu steht unter Einreise und Visum; verbindlich ist immer die tagesaktuelle Auskunft des Auswärtigen Amts.

Wie hart trifft die Hurrikansaison die Leeward Islands?

Härter als den Rest der Region, denn die Gruppe liegt genau dort, wo die Stürme aus dem Atlantik zuerst auf Land treffen. Die Saison läuft vom 1. Juni bis 30. November, ihr Höhepunkt liegt zwischen August und Oktober. Wie ernst das ist, hat der September 2017 gezeigt: Irma zog als Sturm der höchsten Kategorie direkt über Barbuda, das anschließend vollständig geräumt wurde, und richtete auf St. Martin/Sint Maarten, Anguilla und den Britischen Jungferninseln schwere Schäden an.

Das ist kein Grund, die Inseln zu meiden — aber einer, die Reisezeit bewusst zu wählen. Von Dezember bis April ist es trocken, sonnig und außerhalb der Saison; das ist zugleich die teuerste Zeit. Wer im Spätsommer reist, sollte die Stornobedingungen kennen und die Entwicklung verfolgen. Wie sich Risiko, Preis und Wetter über das Jahr verteilen, steht auf der Seite zur Hurrikansaison in der Karibik.

Welche Insel passt zu welcher Reise?

Die Gruppe ist kleinteilig, und genau das ist ihr Vorzug: Zwischen den Inseln liegen Fährstrecken und kurze Flüge, sodass sich mehrere in zwei Wochen verbinden lassen — dazu die Seite über Inselhopping in den Kleinen Antillen. Die Unterschiede sind größer, als die gemeinsame Überschrift vermuten lässt:

  • Antigua und Barbuda — die klassische Pauschalreise der Gruppe, dazu Segeln und Geschichte.
  • Guadeloupe — Frankreich mit Vulkan und Regenwald, Euro, keine Währungsfrage, gute Mietwagenstrecken.
  • Britische Jungferninseln — Segeln, und zwar als eigene Reiseform statt als Ausflug.
  • St. Martin / Sint Maarten — bester Flugknoten der Gruppe und Ausgangspunkt für Anguilla, St. Barthélemy und Saba.
  • Anguilla und St. Barthélemy — Strand und Ruhe zu gehobenen Preisen, kein Massentourismus.
  • Saba und Sint Eustatius — Tauchen, Wandern, sehr wenig Tourismus; nichts für Strandurlaub.
  • St. Kitts und Nevis — Zuckergeschichte, Festungen, zwei sehr verschiedene Inseln in Sichtweite.
  • Montserrat — ein Reiseziel für Interessierte, nicht für Badegäste: der bewohnte Norden und der Blick auf die Sperrzone.
  • Amerikanische Jungferninseln — Nationalpark, Kreuzfahrthafen und US-Alltag; Einreise nach US-Recht.

Wer noch unentschieden ist, vergleicht am besten unter welche Karibikinsel zu mir passt. Und wer von hier nach Süden weiterliest, findet die Fortsetzung des Bogens bei den Windward Islands.

Quellen und weiterführende Informationen

Quizfrage

Wofür ist der Flughafen von Sint Maarten weltberühmt?

Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.

06 Angebote

Reisen in die Karibik

Preise und Verfügbarkeit stammen vom Partnersystem und ändern sich laufend.

  • Punta Cana Seven Beaches

    Pueblo Bavaro (Playa Bavaro - Punta Cana)

    Punta Cana Seven Beaches

    9 Tage · OV · ★★★

    ab822 €

    LMX Touristik Dynamisch

    Angebot ansehen
  • Apartments Bavaro Green - Punta Cana

    Pueblo Bavaro (Playa Bavaro - Punta Cana)

    Apartments Bavaro Green - Punta Cana

    9 Tage · OV · ★★★

    ab830 €

    LMX Touristik Dynamisch

    Angebot ansehen
  • Cappuccino Mare

    Playa de Arena Gorda

    Cappuccino Mare

    8 Tage · ÜF · ★★★

    ab882 €

    TUI Deutschland

    Angebot ansehen

Alle Karibik-Pauschalreisen ansehen