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Das karibische Paradies

Die Kleinen Antillen

Eine steile grüne Vulkaninsel der Kleinen Antillen über einer türkisen Bucht.

Die Kleinen Antillen sind der östliche Inselbogen der Karibik: von den Jungferninseln über Guadeloupe und Martinique bis Grenada, dazu Barbados, Trinidad und Tobago und die Inseln vor der Küste Venezuelas. Auf rund 14.000 Quadratkilometern Land — weniger als ein Zehntel der Antillen — liegen acht unabhängige Staaten und Gebiete von fünf weiteren Ländern.

Umfangöstlicher Inselbogen der Karibik, von den Jungferninseln bis Grenada, dazu Barbados, Trinidad und Tobago und die Inseln vor Venezuela
Landflächerund 14.000 Quadratkilometer — weniger als ein Zehntel der Antillen
GruppenLeeward Islands, Windward Islands, Leeward Antilles, Trinidad und Tobago
Unabhängige StaatenAntigua und Barbuda, St. Kitts und Nevis, Dominica, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Grenada, Barbados, Trinidad und Tobago
Außengebietebritisch, französisch, niederländisch, US-amerikanisch und venezolanisch
SprachenEnglisch, Französisch, Niederländisch, Spanisch — dazu die Kreolsprachen Kwéyòl und Papiamentu
WährungenOstkaribischer Dollar, Euro, US-Dollar, Karibischer Gulden, Aruba-Florin, Barbados-Dollar, TT-Dollar
Höchster BergLa Grande Soufrière, 1.467 Meter (Guadeloupe)
Beste ReisezeitDezember bis April (Trockenzeit)
Hurrikansaison1. Juni bis 30. November, Höhepunkt August bis Oktober
Flugzeit ab Frankfurtrund zehn Stunden

Welche Inseln gehören zu den Kleinen Antillen?

Alles, was östlich und südlich von Puerto Rico im Bogen liegt — beginnend bei den Jungferninseln, die trotz ihrer Nähe zu Puerto Rico schon zu den Kleinen Antillen zählen, und endend bei Grenada. Dazu kommen drei Sonderfälle, die konventionell mitgezählt werden, obwohl sie nicht im Bogen liegen: Barbados rund 150 Kilometer östlich davon, Trinidad und Tobago auf dem südamerikanischen Schelf und die Inselkette vor der venezolanischen Küste.

Zwei häufige Verwechslungen gleich vorweg. Die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln gehören nicht dazu: Sie liegen im Atlantik nördlich der Karibik und sind überhaupt keine Antillen. Und die großen Inseln im Westen — Kuba, Hispaniola, Jamaika, Puerto Rico — bilden die Großen Antillen, eine ganz andere Kategorie: Kuba allein ist rund achtmal so groß wie alle Kleinen Antillen zusammen. Wie die Inseln zueinander liegen, zeigen die Karten der Antillen.

Wie sind die Kleinen Antillen gegliedert?

In vier Gruppen, und jede hat auf dieser Seite ihre eigene Übersicht:

  • Leeward Islands — der nördliche Abschnitt von den Jungferninseln bis Guadeloupe. Die kleinteiligste Gruppe der Region: zwei unabhängige Staaten, dazu britische, französische, niederländische und US-amerikanische Gebiete.
  • Windward Islands — der südliche Abschnitt von Dominica bis Grenada, höher, grüner und regenreicher; konventionell mit Barbados.
  • Leeward Antilles — der trockene Bogen vor Venezuela mit den ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao und den venezolanischen Inseln.
  • Trinidad und Tobago — geologisch Südamerika, kulturell und staatlich Karibik; wird meist den Windward Islands zugeschlagen, steht hier aber für sich.

Diese Einteilung ist älter als jede Landkarte, die man heute kauft, und sie ist nicht überall gleich. Vor allem Dominica wandert: In älteren Quellen steht die Insel bei den Leeward Islands, in neueren bei den Windward Islands. Der Grund ist ein Verwaltungsakt — die britische Kolonialverwaltung führte Dominica von 1871 bis 1940 bei den Leewards und schlug sie dann den Windwards zu.

Was bedeutet über dem Winde und unter dem Winde?

Zwei deutsche Begriffe, an denen sich fast jeder einmal verheddert, weil sie mit den englischen Namen nicht deckungsgleich sind:

  • Inseln über dem Winde — der gesamte östliche Bogen, dem Atlantik zugewandt, wo der Nordost-Passat beständig weht. Er umfasst die englischen Leeward Islands und die Windward Islands.
  • Inseln unter dem Winde — der südliche Bogen vor Venezuela, wo der Passat ausgeregnet ankommt. Das sind die Leeward Antilles, also die ABC-Inseln und ihre Nachbarn.

Der Widerspruch ist nur scheinbar. Die englischen Namen beschreiben eine Segelroute: Wer aus Europa kam, lief die südöstlichen Inseln zuerst an — sie lagen luvwärts, windward; alles Weitere lag in Lee, leeward. Die deutschen, niederländischen und spanischen Namen beschreiben dagegen, wie weit der Passat noch trägt. Beide Systeme sind in sich schlüssig, nur ineinander übersetzen lassen sie sich nicht.

Warum ist das hier ein Vulkanbogen?

Weil östlich der Kleinen Antillen die Atlantische Platte unter die Karibische abtaucht. In rund hundert Kilometern Tiefe gibt die abtauchende Platte Wasser ab, das Gestein im darüberliegenden Erdmantel zum Schmelzen bringt — das aufsteigende Magma hat den gesamten Bogen aufgebaut. Genau das unterscheidet die Gruppe von den Großen Antillen, die an einer seitlichen Plattengrenze liegen und deshalb Erdbeben kennen, aber keine tätigen Vulkane.

Der Bogen ist doppelt. Ein äußerer, längst erloschener Bogen trägt die flachen, trockenen Kalkinseln — Anguilla, Barbuda, Antigua, die Osthälfte Guadeloupes. Ein innerer, junger Bogen von Saba bis Grenada trägt die steilen Kegel, den schwarzen Sand und die heißen Quellen. Tätig sind unter anderem die Soufrière Hills auf Montserrat, La Soufrière auf St. Vincent, die 2021 explosiv ausbrach, und die Montagne Pelée auf Martinique, deren Glutwolke 1902 die Stadt Saint-Pierre auslöschte. Die vollständige Übersicht mit Höhen und Warnstufen steht auf der Seite über die Vulkane der Antillen.

Drei Inseln fallen aus dem Schema. Barbados ist gehobener Meeresboden unter einer Kappe aus Korallenkalk, Trinidad und Tobago steht auf dem südamerikanischen Kontinentalschelf und war in der Eiszeit Festland — daher die kontinentale Tierwelt —, und die Leeward Antilles bestehen aus altem, erloschenem Gestein am Rand der Südamerikanischen Platte.

Warum liegen auf so wenig Land so viele Staaten?

Wegen des Zuckers. Vom 17. Jahrhundert an war jede dieser Inseln eine Plantagenkolonie, und jede europäische Seemacht wollte eigene: England, Frankreich, die Niederlande, Dänemark, zeitweise Schweden und Kurland. Inseln wechselten im Krieg den Besitzer und wurden im Frieden getauscht; St. Lucia wechselte mehr als ein Dutzend Mal. Am Ende blieb jede dort, wo der letzte Vertrag sie hinterließ — und daraus wurde die heutige Landkarte mit sieben Währungen und vier europäischen Amtssprachen auf einem Gebiet kleiner als Schleswig-Holstein. Die Geschichte dahinter steht unter Kolonialzeit und Zuckerrohr.

Getragen wurde diese Wirtschaft vom Sklavenhandel: Die große Mehrheit der heutigen Bevölkerung stammt von Menschen ab, die aus West- und Zentralafrika hierher verschleppt wurden. Nach der Abschaffung der Sklaverei warben die Pflanzer Kontraktarbeiter aus Indien an, auf Trinidad bis heute sichtbar. Vor alldem lebten hier die Kalinago; auf den steilen Vulkaninseln Dominica und St. Vincent hielten sie sich am längsten, und auf Dominica besteht ihre Gemeinde fort. Wie die Reihenfolge dieser Schichten verlief, erzählen die Seiten über indigene Völker und die Eroberung und über Unabhängigkeit und Gegenwart.

Wie reist man in den Kleinen Antillen?

Anders als auf den Großen Antillen, wo man meist auf einer Insel bleibt. Hier sind die Inseln klein und liegen dicht beieinander, sodass sich zwei oder drei in zwei Wochen verbinden lassen — per Fähre, per Regionalflug oder unter Segeln. Wie das praktisch geht, welche Fährverbindungen es tatsächlich gibt und wo die Umstiege klemmen, steht auf der Seite über Inselhopping in den Kleinen Antillen.

Die zweite gängige Form ist die Kreuzfahrt: Kaum eine Region der Welt eignet sich dafür besser, weil die Häfen so eng liegen. Der Preis dafür sind kurze Landgänge — der Vergleich steht unter Kreuzfahrt oder Inselurlaub. Und die dritte ist die klassische Pauschalreise auf eine einzelne Insel, meist Antigua, St. Lucia, Barbados oder Guadeloupe.

Für alle drei gilt derselbe Kalender: Dezember bis April ist Trockenzeit und Hochsaison, die Hurrikansaison läuft vom 1. Juni bis 30. November mit Höhepunkt im Spätsommer. Die südlichsten Inseln — die ABC-Inseln und Trinidad — liegen meist außerhalb der Zugbahnen. Was die Einreise angeht, ist die Region zersplittert wie kaum eine andere; die Übersicht steht unter Einreise und Visum.

Welche Gruppe passt zu welcher Reise?

  • Leeward Islands — für Inselhopping, Segeln und alle, die mehrere Länder in einer Reise sehen wollen; dazu die stärksten Kontraste zwischen flachen Kalk- und steilen Vulkaninseln.
  • Windward Islands — für Landschaft: Regenwald, Berge, Wasserfälle und tätige Vulkane, dazu die klassischen Pauschalziele St. Lucia und Barbados.
  • Leeward Antilles — für Taucher, für Strandtage und für den Spätsommer, wenn weiter nördlich die Hurrikansaison läuft.
  • Trinidad und Tobago — für Karneval, Musik und Naturbeobachtung; kein klassisches Badeziel, aber das lebendigste Kulturprogramm der Region.

Wer noch unentschieden ist, vergleicht unter welche Karibikinsel zu mir passt. Wer lieber groß und spanischsprachig reist, liest bei den Großen Antillen weiter.

Quellen und weiterführende Informationen

Quizfrage

Welche Inselgruppe der Kleinen Antillen heißt auf Deutsch „Inseln unter dem Winde“?

Ein Versuch. Richtig heißt eine Kokosnuss — zehn davon sind eine Piña Colada.

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