
Auf den Antillen leben rund 41,5 Millionen Menschen in vier Amtssprachen, und zwischen der ärmsten und der wohlhabendsten Insel liegt der Faktor 45. Diese vier Karten zeigen, wer hier lebt, was er spricht und was er verdient — gezeichnet aus offenen Daten, mit Stichjahr und Quelle in jeder Tabellenzeile.
Der Aufbau ist derselbe wie auf der Schwesterseite: links die Übersicht, rechts ein Zoomstreifen der Kleinen Antillen im 2,3-fachen Maßstab, unter jeder Karte dieselbe Information noch einmal als Tabelle. Es gibt keine fremden Kartenkacheln und keinen eingebetteten Kartendienst — jede Linie ist aus den Rohdaten berechnet.
Warum diese Inseln überhaupt dort liegen, wo sie liegen — welche vulkanisch sind und welche flach, wo die Hurrikane entlangziehen und wie weit die Entfernungen wirklich sind —, steht auf Karten der Antillen. Diese Seite hier setzt dort an, wo der Untergrund aufhört und die Geschichte anfängt.
Welche Sprachen werden auf den Antillen gesprochen?¶
Vier Amtssprachen — Spanisch, Englisch, Französisch und Niederländisch — und dazu mehrere Kreolsprachen, die im Alltag oft die eigentliche Umgangssprache sind. Welche Sprache wo gilt, entscheidet keine Geografie. Es entscheidet, wer die Insel zuletzt kolonisiert hat.
Die Karte ist damit die kürzeste Fassung der Kolonialgeschichte der Region. Spanisch beherrscht den großen Westen — Kuba, die Dominikanische Republik, Puerto Rico: die Inseln, die Spanien am längsten hielt. Englisch dagegen liegt in vielen kleinen Flecken über den ganzen Bogen verstreut, weil diese Inseln immer wieder den Besitzer wechselten. Französisch tritt in zwei getrennten Paaren auf: Haiti im Westen, Guadeloupe und Martinique in der Mitte des Bogens.
Am auffälligsten ist das Niederländische. Es kommt zweimal vor, 960 Kilometer auseinander — einmal vor der Küste Venezuelas mit Aruba, Curaçao und Bonaire, einmal ganz im Norden mit Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten. Und beide Male spricht man im Alltag etwas anderes: im Süden Papiamentu, eine eigenständige Kreolsprache mit portugiesischen, spanischen, niederländischen und afrikanischen Wurzeln; im Norden Englisch.
Den schärfsten Kontrast liefert eine einzige Insel. St. Martin und Sint Maarten teilen sich seit 1648 dieselbe Landmasse, haben zwei Staatshälften, zwei Amtssprachen und zwei Währungen — und keine Grenzkontrolle dazwischen. Auf der Karte ist es der einzige Ort, an dem zwei verschiedene Marker praktisch übereinanderliegen.
| Insel | Amtssprache | Kreolsprache |
|---|---|---|
| Kuba | Spanisch | – |
| Jamaika | Englisch | Patois |
| Haiti | Französisch | Kreyòl |
| Dominikanische Republik | Spanisch | – |
| Puerto Rico | Spanisch | – |
| Kaimaninseln | Englisch | – |
| Anguilla | Englisch | – |
| Saint-Martin (franz.) | Französisch | – |
| Sint Maarten (niederl.) | Niederländisch | – |
| Saint-Barthélemy | Französisch | – |
| Saba | Niederländisch | – |
| Sint Eustatius | Niederländisch | – |
| St. Kitts und Nevis | Englisch | – |
| Barbuda | Englisch | – |
| Antigua | Englisch | – |
| Montserrat | Englisch | – |
| Guadeloupe | Französisch | Kreol |
| Dominica | Englisch | Kwéyòl |
| Martinique | Französisch | Kreol |
| St. Lucia | Englisch | Kwéyòl |
| St. Vincent und die Grenadinen | Englisch | – |
| Grenada | Englisch | – |
| Barbados | Englisch | – |
| Trinidad und Tobago | Englisch | – |
| Aruba | Niederländisch | Papiamento |
| Curaçao | Niederländisch | Papiamentu |
| Bonaire | Niederländisch | Papiamentu |
Warum ist eine Insel arm und die Nachbarinsel wohlhabend?¶
Die Frage lässt sich an einem einzigen Ort schärfer stellen als irgendwo sonst auf der Welt: auf Hispaniola. Eine Landmasse, eine Landgrenze — und westlich davon Haiti mit 2.150 US-Dollar Wirtschaftsleistung je Einwohner, östlich die Dominikanische Republik mit 10.876. Das Fünffache, bei gleichem Klima, gleichem Boden und gleichen Hurrikanen.
Die Karte zeigt bewusst das BIP je Einwohner, nicht insgesamt. Das Gesamt-BIP hätte nur noch einmal die Bevölkerungskarte gezeichnet und über die Lebenslage nichts gesagt. Und sie zeigt neben der Fläche einen Balken je Insel, weil Farbklassen Unterschiede glätten: Zwischen Haiti und Saint-Barthélemy liegt der Faktor 45 — und selbst wenn man alle markierten Werte weglässt, immer noch der Faktor 18.
Der Unterschied auf Hispaniola ist kein geografischer, sondern ein historischer. Haiti erkämpfte seine Unabhängigkeit 1804 als erster Staat der Region und musste Frankreich dafür jahrzehntelang eine Entschädigung zahlen; die Dominikanische Republik ging einen anderen Weg. Was daraus folgte, steht unter Unabhängigkeit und Gegenwart. Auf der Karte bleibt die Frage stehen, und das ist die ehrlichere Form.
Drei Zahlen, die man nicht für bare Münze nehmen darf¶
Kuba hat auf dieser Karte keinen Wert — und das ist keine Lücke, sondern das Ergebnis. Zwei Stellen der Vereinten Nationen veröffentlichen aus derselben Pesoreihe Werte, die um das Dreiundzwanzigfache auseinanderliegen: rund 22.950 Dollar je Einwohner in der einen Datenbank, rund 990 in der anderen. Der Grund ist ein Wechselkurs. Die eine rechnet weiter mit 1 Peso = 1 Dollar, die andere mit dem Kurs, den die UN-Finanzverwaltung seit dem 1. Januar 2021 selbst verwendet: 24 Peso. Die Weltbank hat die Veröffentlichung kubanischer BIP-Zahlen nach 2020 schlicht eingestellt. Wer hier eine Zahl hinschreibt, schreibt eine Wechselkursannahme hin, keine Lebenslage.
Die Kaimaninseln stehen mit 88.377 Dollar weit oben — aber niemand sollte daraus schließen, dass dort elfmal so gut gelebt wird wie auf Jamaika. Der Wert misst, was auf der Insel verbucht wird, nicht, was dort ankommt, und das eigene Statistikamt der Inseln rechnet es selbst vor: 2024 flossen Vermögenseinkommen in Höhe von 98 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts ins Ausland; im Jahr davor waren es sogar 115 Prozent. Das Bruttonationaleinkommen, also was tatsächlich Gebietsansässigen zufällt, liegt bei rund 71.400 Dollar. Finanzdienstleistungen machen 30 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, Hotels und Gaststätten 4.
Noch deutlicher ist es bei Puerto Rico, und dort überrascht es mehr: Dem BIP von 38.814 Dollar steht ein Bruttonationaleinkommen von 26.410 gegenüber — 32 Prozent der Wirtschaftsleistung verlassen die Insel, die größte Lücke der Region. Ursache ist die Gewinnverlagerung der Pharmaindustrie, die auf der Insel produziert und die Gewinne anderswo verbucht.
Der dritte markierte Wert ist der höchste der ganzen Karte, und diesmal stammt die Warnung von der Quelle selbst. Saint-Barthélemy kommt auf rund 97.400 Dollar, und die Studie, die das errechnet hat, überschreibt den Abschnitt mit „ein weltweit mit an der Spitze liegendes Pro-Kopf-BIP — aber mechanisch überhöht“. Der Grund liegt im Nenner: Rund 13.000 Menschen arbeiten auf der Insel, gezählt werden als Einwohner aber nur 10.660, weil Saisonkräfte die Sechs-Monats-Frist nicht erfüllen. Die Wirtschaftsleistung all dieser Menschen wird durch eine zu kleine Zahl geteilt.
Eine Erwartung hat sich dagegen nicht bestätigt. Aruba, Curaçao und Sint Maarten gelten gemeinhin als Finanzplätze — messbar ist davon nichts: Ihr Bruttonationaleinkommen entspricht 96 bis 100 Prozent des BIP — bei Curaçao liegt es sogar über dem BIP, die Insel ist unter dem Strich Empfängerin von Einkommen aus dem Ausland, nicht Abflussstelle. Was dort erwirtschaftet wird, bleibt dort. Es sind Tourismus-Volkswirtschaften, keine Briefkastenparadiese.
| Insel | BIP je Kopf | Jahr | Quelle |
|---|---|---|---|
| Kuba | nicht belegt1 | – | – |
| Jamaika | 7.754 $ | 2024 | UN |
| Haiti | 2.150 $2 | 2024 | UN |
| Dominikanische Republik | 10.876 $ | 2024 | UN |
| Puerto Rico | 38.814 $3 | 2024 | UN |
| Kaimaninseln | 88.377 $4 | 2024 | ESO |
| Anguilla | 31.269 $ | 2024 | UN |
| Saint-Martin (franz.) | 20.100 $5 | 2021 | CEROM |
| Sint Maarten (niederl.) | 38.146 $6 | 2024 | IWF |
| Saint-Barthélemy | 97.400 $7 | 2023 | CEROM |
| Saba | 25.600 $ | 2023 | CBS NL |
| Sint Eustatius | 29.700 $ | 2023 | CBS NL |
| St. Kitts und Nevis | 23.961 $ | 2024 | UN |
| Barbuda | 23.060 $8 | 2024 | UN |
| Antigua | 23.060 $8 | 2024 | UN |
| Montserrat | 18.451 $ | 2024 | UN |
| Guadeloupe | 31.500 $9 | 2024 | INSEE |
| Dominica | 10.405 $ | 2024 | UN |
| Martinique | 32.300 $10 | 2024 | INSEE |
| St. Lucia | 14.323 $ | 2024 | UN |
| St. Vincent und die Grenadinen | 11.294 $ | 2024 | UN |
| Grenada | 11.705 $ | 2024 | UN |
| Barbados | 26.897 $ | 2024 | UN |
| Trinidad und Tobago | 18.967 $ | 2025 | WB |
| Aruba | 34.898 $11 | 2023 | CBS AW |
| Curaçao | 22.919 $12 | 2024 | CBS CW |
| Bonaire | 29.300 $ | 2023 | CBS NL |
Quellen: UN = UN-Hauptaggregate · IWF = Internationaler Währungsfonds · WB = Weltbank · ESO = Statistikamt der Kaimaninseln · CBS NL, CBS AW, CBS CW = die Statistikämter der Niederlande, Arubas und Curaçaos · INSEE = französisches Statistikamt
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Und womit bezahlt man auf welcher Insel?¶
Mit zwölf verschiedenen Währungen, und wer die Wirtschaftskarte gelesen hat, liest die Tabelle darunter anders. Denn die Hälfte dieser Inseln bestimmt ihren Wechselkurs gar nicht selbst: Der Ostkaribische Dollar ist seit Juli 1976 fest an den US-Dollar gekoppelt, und acht Staaten und Gebiete von Anguilla bis Grenada teilen ihn sich. Sie können dort acht Länder bereisen und überall mit derselben Münze zahlen — nur nicht auf St. Martin, Saba, Guadeloupe, Martinique oder Barbados dazwischen.
Zwei Merkwürdigkeiten sind es wert, genannt zu werden. Der Euro gilt auf Guadeloupe, Martinique, Saint-Martin und Saint-Barthélemy — und Saint-Barthélemy gehört seit dem 1. Januar 2012 gar nicht mehr zur Europäischen Union; Frankreich sicherte die Währung über ein eigenes Abkommen mit der EU. Umgekehrt zahlen Bonaire, Sint Eustatius und Saba seit dem 1. Januar 2011 in US-Dollar, obwohl sie niederländische Gemeinden sind. Und eine Zeile ist ganz frisch: Curaçao und Sint Maarten haben am 31. März 2025 den Antillen-Gulden durch den Karibischen Gulden ersetzt. Was das praktisch für die Reisekasse heißt, steht unter Kosten und Budget.
| Insel | Währung | Code | Art |
|---|---|---|---|
| Kuba | Kubanischer Peso | CUP | eigene Währung |
| Jamaika | Jamaika-Dollar | JMD | eigene Währung |
| Haiti | Gourde | HTG | eigene Währung |
| Dominikanische Republik | Dominikanischer Peso | DOP | eigene Währung |
| Puerto Rico | US-Dollar | USD | übernommene Fremdwährung |
| Kaimaninseln | Kaiman-Dollar | KYD | eigene Währung |
| Anguilla | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Saint-Martin (franz.) | Euro | EUR | übernommene Fremdwährung |
| Sint Maarten (niederl.) | Karibischer Gulden | XCG | eigene Währung |
| Saint-Barthélemy | Euro | EUR | übernommene Fremdwährung |
| Saba | US-Dollar | USD | übernommene Fremdwährung |
| Sint Eustatius | US-Dollar | USD | übernommene Fremdwährung |
| St. Kitts und Nevis | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Barbuda | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Antigua | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Montserrat | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Guadeloupe | Euro | EUR | übernommene Fremdwährung |
| Dominica | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Martinique | Euro | EUR | übernommene Fremdwährung |
| St. Lucia | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| St. Vincent und die Grenadinen | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Grenada | Ostkaribischer Dollar | XCD | Währungsunion |
| Barbados | Barbados-Dollar | BBD | eigene Währung |
| Trinidad und Tobago | Trinidad-und-Tobago-Dollar | TTD | eigene Währung |
| Aruba | Aruba-Florin | AWG | eigene Währung |
| Curaçao | Karibischer Gulden | XCG | eigene Währung |
| Bonaire | US-Dollar | USD | übernommene Fremdwährung |
Wo leben eigentlich die meisten Menschen?¶
Nicht dort, wo die größten Inseln liegen. Kuba ist mit Abstand die größte Insel der Antillen und hat 9,4 Millionen Einwohner. Hispaniola nebenan hat 22,6 Millionen — zweieinhalbmal so viele auf gut zwei Dritteln der Fläche. Die Karte trägt deshalb beide Angaben gleichzeitig: die Fläche eingefärbt nach Einwohnern je Quadratkilometer, den Kreis darauf nach der absoluten Einwohnerzahl.
Beides in eine Karte zu legen, ist hier kein Platzsparen, sondern die Aussage. Die beiden Größen gehen in dieser Region weit auseinander, und das sieht man nur, wenn sie übereinanderliegen: Kuba trägt den größten Kreis der Karte auf einer der blassesten Flächen — viele Menschen, viel Platz, rund 86 Einwohner je Quadratkilometer. Sint Maarten trägt einen der kleinsten Kreise auf der dunkelsten Fläche — 42.000 Menschen auf 34 Quadratkilometern, also 1.248 je Quadratkilometer. Zwischen den beiden Extremen der Karte liegt Faktor dreißig.
Der Durchschnitt der Region liegt bei 190 Einwohnern je Quadratkilometer. Darunter liegen vor allem die großen und die bergigen Inseln: Kuba, Dominica mit 95 und Montserrat mit 43 — letzteres, weil zwei Drittel der Insel seit dem Vulkanausbruch der 1990er Jahre Sperrzone sind. Darüber liegen die flachen, kleinen und touristisch erschlossenen: Barbados, Aruba, Saint-Martin.
Eine Zahl auf dieser Karte ist erst seit Kurzem bekannt und überrascht selbst Fachleute: Kubas Bevölkerung ist seit der Volkszählung 2012 um rund 15 Prozent gefallen — von 11,17 auf 9,43 Millionen. Allein im Jahr 2025 zogen nach Angaben des kubanischen Statistikamts 245.264 Menschen mehr fort als zu. Weltbank und Vereinte Nationen führen für Kuba weiterhin knapp 11 Millionen; wir folgen hier der Zählung des Landes selbst. Das ist der Grund, warum Kuba auf der nächsten Karte deutlich schrumpft.
Vier Inseln bleiben unvollständig, aus zwei verschiedenen Gründen. Für Bonaire, Saba und Sint Eustatius gibt es die frischesten Einwohnerzahlen der ganzen Seite — Stand 1. Januar 2026 — aber keine Landfläche, die sich auf eine Institution zurückführen ließe; sie tragen deshalb einen Kreis, aber keine Dichte. Und Barbuda hat gar keine belastbare Einwohnerzahl — weshalb die Zeile darüber Antigua allein führt und nicht den Gesamtstaat: Die Insel wurde im September 2017 vor Hurrikan Irma vollständig evakuiert und ist nur teilweise wiederbesiedelt. Die letzte gezählte Zahl stammt von 2011 und wäre heute irreführend.
| Insel | Einwohner | Jahr | Fläche km² | Einwohner je km² |
|---|---|---|---|---|
| Kuba | 9.434.593 | 2025 | 109.884 | 86 |
| Jamaika | 2.774.538 | 2022 | 10.991 | 252 |
| Haiti | 11.867.032 | 2024 | 27.750 | 428 |
| Dominikanische Republik | 10.760.028 | 2022 | 48.671 | 221 |
| Puerto Rico | 3.184.835 | 2025 | 8.870 | 359 |
| Kaimaninseln | 90.5771 | 2025 | 264 | 343 |
| Anguilla | 16.0102 | 2024 | 91 | 176 |
| Saint-Martin (franz.) | 31.160 | 2023 | 53 | 588 |
| Sint Maarten (niederl.) | 42.4493 | 2025 | 34 | 1.248 |
| Saint-Barthélemy | 10.660 | 2023 | 21 | 508 |
| Saba | 2.270 | 2026 | – | – |
| Sint Eustatius | 3.348 | 2026 | – | – |
| St. Kitts und Nevis | 51.320 | 2022 | 263 | 195 |
| Barbuda | nicht belegt | – | 161 | – |
| Antigua | 83.9334 | 2011 | 442 | 190 |
| Montserrat | 4.396 | 2023 | 103 | 43 |
| Guadeloupe | 384.160 | 2023 | 1.628 | 236 |
| Dominica | 71.293 | 2011 | 750 | 95 |
| Martinique | 360.630 | 2023 | 1.128 | 320 |
| St. Lucia | 171.834 | 2022 | 616 | 279 |
| St. Vincent und die Grenadinen | 109.296 | 2023 | 389 | 281 |
| Grenada | 109.021 | 2021 | 345 | 316 |
| Barbados | 269.090 | 2021 | 431 | 624 |
| Trinidad und Tobago | 1.367.764 | 2025 | 5.128 | 267 |
| Aruba | 108.423 | 2024 | 180 | 602 |
| Curaçao | 158.006 | 2026 | 444 | 356 |
| Bonaire | 27.611 | 2026 | – | – |
Einwohnerzahlen: Statistikamt Kubas (ONEI) – Kuba · Statistikamt Jamaikas (STATIN) – Jamaika · Statistikamt Haitis (IHSI) – Haiti · UN Demographic Yearbook 2024 – Dominikanische Rep., St. Kitts u. Nevis, Montserrat, Dominica, St. Lucia, St. Vincent u. Gren., Grenada · US Census Bureau – Puerto Rico · Statistikamt der Kaimaninseln (ESO) – Kaimaninseln · Statistikamt Anguillas – Anguilla · INSEE (Frankreich) – Saint-Martin (FR), St. Barthélemy, Guadeloupe, Martinique · Statistikamt Sint Maartens (STAT) – Sint Maarten (NL) · Statistikamt der Niederlande (CBS) – Saba, Sint Eustatius, Bonaire · Statistikamt Antigua und Barbudas – Antigua · Statistikamt Barbados (BSS) – Barbados · Statistikamt Trinidad und Tobago (CSO) – Trinidad und Tobago · Statistikamt Arubas (CBS) – Aruba · Statistikamt Curaçaos (CBS) – Curaçao.
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Wie sähe die Karibik aus, wenn Inseln nach Einwohnern groß wären?¶
Anders, als man denkt. Diese letzte Karte verzerrt jede Insel um ihren eigenen Mittelpunkt, bis ihre gezeichnete Fläche der Einwohnerzahl entspricht statt der Landfläche. Der blasse Umriss darunter bleibt die wahre Ausdehnung — der Abstand zwischen beiden ist die Verzerrung.
Kuba schrumpft auf 67 Prozent seiner Länge: viel Land, vergleichsweise wenige Menschen — und seit 2012 über anderthalb Millionen weniger. Auf Hispaniola verschiebt sich das Gewicht sichtbar nach Westen — Haiti wächst um die Hälfte, die Dominikanische Republik kaum. Haiti hat gut ein Drittel der Insel und trotzdem etwas mehr Einwohner als der größere Osten — genau das macht diese Karte in einem Bild sichtbar. Zusammen mit der Wirtschaftskarte ergibt das die vollständigere Auskunft: mehr Menschen auf weniger Land bei einem Fünftel der Wirtschaftsleistung.
Am anderen Ende schwellen die kleinen dichten Inseln an: Sint Maarten auf das Zweieinhalbfache, Barbados und Aruba auf fast das Doppelte. Und die reichsten Gebiete der Wirtschaftskarte bleiben trotzdem Punkte — die Kaimaninseln wachsen nur um ein Drittel, weil 91.000 Menschen eben 91.000 Menschen sind. Reichtum macht auf dieser Karte nicht groß.
| Insel | Einwohner je km² | Faktor | Wirkung |
|---|---|---|---|
| Sint Maarten (niederl.) | 1.248 | ×2,6 | wächst |
| Saint-Martin (franz.) | 588 | ×1,8 | wächst |
| Barbados | 624 | ×1,8 | wächst |
| Aruba | 602 | ×1,8 | wächst |
| Saint-Barthélemy | 508 | ×1,6 | wächst |
| Haiti | 428 | ×1,5 | wächst |
| Puerto Rico | 359 | ×1,4 | wächst |
| Curaçao | 356 | ×1,4 | wächst |
| Kaimaninseln | 343 | ×1,3 | wächst |
| Martinique | 320 | ×1,3 | wächst |
| Grenada | 316 | ×1,3 | wächst |
| St. Lucia | 279 | ×1,2 | wächst |
| St. Vincent und die Grenadinen | 281 | ×1,2 | wächst |
| Trinidad und Tobago | 267 | ×1,2 | wächst |
| Jamaika | 252 | ×1,1 | wächst |
| Dominikanische Republik | 221 | ×1,1 | wächst |
| Guadeloupe | 236 | ×1,1 | wächst |
| Anguilla | 176 | ×1 | schrumpft |
| St. Kitts und Nevis | 195 | ×1 | wächst |
| Antigua | 190 | ×1 | wächst |
| Kuba | 86 | ×0,7 | schrumpft |
| Dominica | 95 | ×0,7 | schrumpft |
| Montserrat | 43 | ×0,5 | schrumpft |
Woher stammen die Daten dieser Karten?¶
Wirtschaftsleistung, Einwohnerzahlen und Flächen haben kein einziges Rückgrat, sondern mehrere. Für die meisten Inseln gelten die Volkswirtschaftlichen Hauptaggregate der Vereinten Nationen und die Flächen des UN Demographic Yearbook. Wo ein nationales Statistikamt es nachweislich besser weiß, gilt dieses: das ESO der Kaimaninseln, das CBS auf Curaçao, Aruba und für die Karibischen Niederlande, INSEE und CEROM für die französischen Inseln, ONEI für Kuba. Bei Curaçao und Trinidad rechnen die internationalen Datenbanken mit einer zu großen Einwohnerzahl und drücken damit den Pro-Kopf-Wert; bei den Kaimaninseln macht derselbe Nennerfehler 16 Prozent aus.
Für die vier französischen Inseln gibt es keine in Dollar veröffentlichte Wirtschaftsleistung. Die Werte sind aus Euro umgerechnet; der Originalbetrag steht in der Tabelle, sodass jeder die Umrechnung nachvollziehen kann. Dass die Stichjahre auseinandergehen, ist unvermeidlich: Ein Kleinstaat zählt seltener als ein großer, und für Saint-Martin ist 2021 schlicht das letzte Jahr, für das überhaupt etwas veröffentlicht wurde. Deshalb steht das Jahr in jeder Zeile der Tabellen — eine Fußnote ist besser als eine fehlende Karte. Bei Haiti reicht die letzte abgeschlossene Volkszählung bis 2003 zurück, was die dortige Pro-Kopf-Rechnung unsicherer macht als anderswo.
Sprache und Währung jeder Insel stammen aus unserer eigenen, geprüften Übersicht; die Inselumrisse wie auf der Schwesterseite von Natural Earth im Maßstab 1:10 Millionen.
Ebenso wichtig ist, was nicht auf diesen Karten steht. Drei Inseln — Bonaire, Saba und Sint Eustatius — haben keine Landfläche, die sich auf eine Institution zurückführen ließe; die geläufigen Zahlen kursieren zwar überall, sind aber nirgends amtlich belegt, und deshalb stehen sie hier nicht. Die Bahamas, die Turks- und Caicosinseln und die Jungferninseln bleiben ungefärbt: Die Bahamas gehören geografisch nicht zu den Antillen, für die übrigen haben wir keine geprüfte Zuordnung. Eine Karte aus geschätzten Werten wäre eine schöne Lüge.
Warum diese Inseln so liegen, wie sie liegen, und was das Wetter dort tut, steht auf Karten der Antillen. Mehr zu den Inseln selbst in den Übersichten zu den Großen Antillen und den Kleinen Antillen.
Quellen und weiterführende Informationen¶
- Vereinte Nationen — National Accounts Main Aggregates Database (Wirtschaftsleistung)
- Vereinte Nationen — Demographic Yearbook (Einwohner und Flächen)
- Economics and Statistics Office der Kaimaninseln — Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
- CEROM — Berechnung des Bruttoinlandsprodukts von Saint-Barthélemy
- Federal Reserve Bank of New York — zur Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft Puerto Ricos
- Eastern Caribbean Central Bank — der Ostkaribische Dollar und seine Mitglieder
- Natural Earth — gemeinfreie Kartendaten im Maßstab 1:10 Millionen