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Das karibische Paradies

Karten der Antillen

Die Menschen der Antillen

Sprachen, Wirtschaftskraft, Bevoelkerung und Dichte der Antillen - in vier selbst gezeichneten Karten.

Ein belebter karibischer Marktplatz voller Menschen und Farbe im hellen Mittagslicht.

Auf den Antillen leben rund 41,5 Millionen Menschen in vier Amtssprachen, und zwischen der ärmsten und der wohlhabendsten Insel liegt der Faktor 45. Diese vier Karten zeigen, wer hier lebt, was er spricht und was er verdient — gezeichnet aus offenen Daten, mit Stichjahr und Quelle in jeder Tabellenzeile.

Der Aufbau ist derselbe wie auf der Schwesterseite: links die Übersicht, rechts ein Zoomstreifen der Kleinen Antillen im 2,3-fachen Maßstab, unter jeder Karte dieselbe Information noch einmal als Tabelle. Es gibt keine fremden Kartenkacheln und keinen eingebetteten Kartendienst — jede Linie ist aus den Rohdaten berechnet.

Warum diese Inseln überhaupt dort liegen, wo sie liegen — welche vulkanisch sind und welche flach, wo die Hurrikane entlangziehen und wie weit die Entfernungen wirklich sind —, steht auf Karten der Antillen. Diese Seite hier setzt dort an, wo der Untergrund aufhört und die Geschichte anfängt.

Welche Sprachen werden auf den Antillen gesprochen?

Vier Amtssprachen — Spanisch, Englisch, Französisch und Niederländisch — und dazu mehrere Kreolsprachen, die im Alltag oft die eigentliche Umgangssprache sind. Welche Sprache wo gilt, entscheidet keine Geografie. Es entscheidet, wer die Insel zuletzt kolonisiert hat.

Vier Amtssprachen: die Sprachen der Antillen
Die Amtssprachen der Antillen. Zuordnung aus der hausintern geprüften Tabelle des Content-Standards; Geometrie aus Natural Earth 1:10 m. Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Karte seitwärts schieben.Karte der Antillen nach Amtssprache. Spanisch beherrscht den großen Westen mit Kuba, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico. Englisch zieht sich in vielen kleinen Flecken durch den ganzen Inselbogen. Französisch liegt in zwei Paaren: Haiti im Westen sowie Guadeloupe und Martinique in der Mitte des Bogens. Niederländisch kommt zweimal vor, rund neunhundert Kilometer voneinander entfernt: Aruba, Curaçao und Bonaire vor Venezuela und Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten im Norden. Ein gestrichelter Ring markiert Inseln mit einer verbreiteten Kreolsprache.

Die Karte ist damit die kürzeste Fassung der Kolonialgeschichte der Region. Spanisch beherrscht den großen Westen — Kuba, die Dominikanische Republik, Puerto Rico: die Inseln, die Spanien am längsten hielt. Englisch dagegen liegt in vielen kleinen Flecken über den ganzen Bogen verstreut, weil diese Inseln immer wieder den Besitzer wechselten. Französisch tritt in zwei getrennten Paaren auf: Haiti im Westen, Guadeloupe und Martinique in der Mitte des Bogens.

Am auffälligsten ist das Niederländische. Es kommt zweimal vor, 960 Kilometer auseinander — einmal vor der Küste Venezuelas mit Aruba, Curaçao und Bonaire, einmal ganz im Norden mit Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten. Und beide Male spricht man im Alltag etwas anderes: im Süden Papiamentu, eine eigenständige Kreolsprache mit portugiesischen, spanischen, niederländischen und afrikanischen Wurzeln; im Norden Englisch.

Den schärfsten Kontrast liefert eine einzige Insel. St. Martin und Sint Maarten teilen sich seit 1648 dieselbe Landmasse, haben zwei Staatshälften, zwei Amtssprachen und zwei Währungen — und keine Grenzkontrolle dazwischen. Auf der Karte ist es der einzige Ort, an dem zwei verschiedene Marker praktisch übereinanderliegen.

Amtssprache und verbreitete Kreolsprache
InselAmtsspracheKreolsprache
KubaSpanisch
JamaikaEnglischPatois
HaitiFranzösischKreyòl
Dominikanische RepublikSpanisch
Puerto RicoSpanisch
KaimaninselnEnglisch
AnguillaEnglisch
Saint-Martin (franz.)Französisch
Sint Maarten (niederl.)Niederländisch
Saint-BarthélemyFranzösisch
SabaNiederländisch
Sint EustatiusNiederländisch
St. Kitts und NevisEnglisch
BarbudaEnglisch
AntiguaEnglisch
MontserratEnglisch
GuadeloupeFranzösischKreol
DominicaEnglischKwéyòl
MartiniqueFranzösischKreol
St. LuciaEnglischKwéyòl
St. Vincent und die GrenadinenEnglisch
GrenadaEnglisch
BarbadosEnglisch
Trinidad und TobagoEnglisch
ArubaNiederländischPapiamento
CuraçaoNiederländischPapiamentu
BonaireNiederländischPapiamentu

Warum ist eine Insel arm und die Nachbarinsel wohlhabend?

Die Frage lässt sich an einem einzigen Ort schärfer stellen als irgendwo sonst auf der Welt: auf Hispaniola. Eine Landmasse, eine Landgrenze — und westlich davon Haiti mit 2.150 US-Dollar Wirtschaftsleistung je Einwohner, östlich die Dominikanische Republik mit 10.876. Das Fünffache, bei gleichem Klima, gleichem Boden und gleichen Hurrikanen.

Wirtschaftskraft: Bruttoinlandsprodukt je Einwohner in den Antillen
Wirtschaftskraft: BIP je Einwohner. Stichjahr und Quelle je Insel in der Tabelle. Die markierten Werte sind Artefakte des Offshore-Finanzplatzes, kein Maß für den Lebensstandard. Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Karte seitwärts schieben.Karte der Antillen, eingefärbt nach Bruttoinlandsprodukt je Einwohner. Der schärfste Kontrast liegt auf einer einzigen Insel: Hispaniola trägt im Westen Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, und im Osten die Dominikanische Republik mit dem Fünffachen davon. Neben jeder Insel steht ein Balken für denselben Wert. Die drei höchsten Werte der Karte — Saint-Barthélemy, die Kaimaninseln und Puerto Rico — sind eigens markiert, weil sie aus unterschiedlichen Gründen mehr Wohlstand anzeigen, als bei den Bewohnern ankommt. Kuba trägt gar keinen Wert: die verfügbaren Umrechnungen widersprechen einander um das Dreiundzwanzigfache.

Die Karte zeigt bewusst das BIP je Einwohner, nicht insgesamt. Das Gesamt-BIP hätte nur noch einmal die Bevölkerungskarte gezeichnet und über die Lebenslage nichts gesagt. Und sie zeigt neben der Fläche einen Balken je Insel, weil Farbklassen Unterschiede glätten: Zwischen Haiti und Saint-Barthélemy liegt der Faktor 45 — und selbst wenn man alle markierten Werte weglässt, immer noch der Faktor 18.

Der Unterschied auf Hispaniola ist kein geografischer, sondern ein historischer. Haiti erkämpfte seine Unabhängigkeit 1804 als erster Staat der Region und musste Frankreich dafür jahrzehntelang eine Entschädigung zahlen; die Dominikanische Republik ging einen anderen Weg. Was daraus folgte, steht unter Unabhängigkeit und Gegenwart. Auf der Karte bleibt die Frage stehen, und das ist die ehrlichere Form.

Drei Zahlen, die man nicht für bare Münze nehmen darf

Kuba hat auf dieser Karte keinen Wert — und das ist keine Lücke, sondern das Ergebnis. Zwei Stellen der Vereinten Nationen veröffentlichen aus derselben Pesoreihe Werte, die um das Dreiundzwanzigfache auseinanderliegen: rund 22.950 Dollar je Einwohner in der einen Datenbank, rund 990 in der anderen. Der Grund ist ein Wechselkurs. Die eine rechnet weiter mit 1 Peso = 1 Dollar, die andere mit dem Kurs, den die UN-Finanzverwaltung seit dem 1. Januar 2021 selbst verwendet: 24 Peso. Die Weltbank hat die Veröffentlichung kubanischer BIP-Zahlen nach 2020 schlicht eingestellt. Wer hier eine Zahl hinschreibt, schreibt eine Wechselkursannahme hin, keine Lebenslage.

Die Kaimaninseln stehen mit 88.377 Dollar weit oben — aber niemand sollte daraus schließen, dass dort elfmal so gut gelebt wird wie auf Jamaika. Der Wert misst, was auf der Insel verbucht wird, nicht, was dort ankommt, und das eigene Statistikamt der Inseln rechnet es selbst vor: 2024 flossen Vermögenseinkommen in Höhe von 98 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts ins Ausland; im Jahr davor waren es sogar 115 Prozent. Das Bruttonationaleinkommen, also was tatsächlich Gebietsansässigen zufällt, liegt bei rund 71.400 Dollar. Finanzdienstleistungen machen 30 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, Hotels und Gaststätten 4.

Noch deutlicher ist es bei Puerto Rico, und dort überrascht es mehr: Dem BIP von 38.814 Dollar steht ein Bruttonationaleinkommen von 26.410 gegenüber — 32 Prozent der Wirtschaftsleistung verlassen die Insel, die größte Lücke der Region. Ursache ist die Gewinnverlagerung der Pharmaindustrie, die auf der Insel produziert und die Gewinne anderswo verbucht.

Der dritte markierte Wert ist der höchste der ganzen Karte, und diesmal stammt die Warnung von der Quelle selbst. Saint-Barthélemy kommt auf rund 97.400 Dollar, und die Studie, die das errechnet hat, überschreibt den Abschnitt mit „ein weltweit mit an der Spitze liegendes Pro-Kopf-BIP — aber mechanisch überhöht“. Der Grund liegt im Nenner: Rund 13.000 Menschen arbeiten auf der Insel, gezählt werden als Einwohner aber nur 10.660, weil Saisonkräfte die Sechs-Monats-Frist nicht erfüllen. Die Wirtschaftsleistung all dieser Menschen wird durch eine zu kleine Zahl geteilt.

Eine Erwartung hat sich dagegen nicht bestätigt. Aruba, Curaçao und Sint Maarten gelten gemeinhin als Finanzplätze — messbar ist davon nichts: Ihr Bruttonationaleinkommen entspricht 96 bis 100 Prozent des BIP — bei Curaçao liegt es sogar über dem BIP, die Insel ist unter dem Strich Empfängerin von Einkommen aus dem Ausland, nicht Abflussstelle. Was dort erwirtschaftet wird, bleibt dort. Es sind Tourismus-Volkswirtschaften, keine Briefkastenparadiese.

Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, Stichjahr und Quelle je Insel
InselBIP je KopfJahrQuelle
Kubanicht belegt1
Jamaika7.754 $2024UN
Haiti2.150 $22024UN
Dominikanische Republik10.876 $2024UN
Puerto Rico38.814 $32024UN
Kaimaninseln88.377 $42024ESO
Anguilla31.269 $2024UN
Saint-Martin (franz.)20.100 $52021CEROM
Sint Maarten (niederl.)38.146 $62024IWF
Saint-Barthélemy97.400 $72023CEROM
Saba25.600 $2023CBS NL
Sint Eustatius29.700 $2023CBS NL
St. Kitts und Nevis23.961 $2024UN
Barbuda23.060 $82024UN
Antigua23.060 $82024UN
Montserrat18.451 $2024UN
Guadeloupe31.500 $92024INSEE
Dominica10.405 $2024UN
Martinique32.300 $102024INSEE
St. Lucia14.323 $2024UN
St. Vincent und die Grenadinen11.294 $2024UN
Grenada11.705 $2024UN
Barbados26.897 $2024UN
Trinidad und Tobago18.967 $2025WB
Aruba34.898 $112023CBS AW
Curaçao22.919 $122024CBS CW
Bonaire29.300 $2023CBS NL

Quellen: UN = UN-Hauptaggregate · IWF = Internationaler Währungsfonds · WB = Weltbank · ESO = Statistikamt der Kaimaninseln · CBS NL, CBS AW, CBS CW = die Statistikämter der Niederlande, Arubas und Curaçaos · INSEE = französisches Statistikamt

  1. Kein belastbarer Dollarwert, siehe Text
  2. Nenner beruht auf der letzten abgeschlossenen Zählung von 2003
  3. 32 % der Wirtschaftsleistung fallen Gebietsfremden zu (Gewinnverlagerung der Pharmaindustrie)
  4. Offshore-Finanzplatz: 2024 flossen Vermögenseinkommen in Höhe von 98 % des BIP ins Ausland
  5. Original 16.962 € (2021), umgerechnet; eine neuere Zahl ist nicht veröffentlicht
  6. keine Verzerrung messbar: BNE beträgt 97 % des BIP
  7. CEROM selbst: „mechanisch überhöht“ — rund 13.000 Beschäftigte stehen 10.660 Einwohnern gegenüber
  8. Wert gilt für Antigua und Barbuda zusammen
  9. Original 29.099 € (2024), umgerechnet; die INSEE-Abgrenzung schließt Saint-Martin ein
  10. Original 29.866 € (2024), umgerechnet
  11. keine Verzerrung messbar: BNE beträgt 96 % des BIP
  12. keine Verzerrung messbar: BNE übersteigt das BIP

Und womit bezahlt man auf welcher Insel?

Mit zwölf verschiedenen Währungen, und wer die Wirtschaftskarte gelesen hat, liest die Tabelle darunter anders. Denn die Hälfte dieser Inseln bestimmt ihren Wechselkurs gar nicht selbst: Der Ostkaribische Dollar ist seit Juli 1976 fest an den US-Dollar gekoppelt, und acht Staaten und Gebiete von Anguilla bis Grenada teilen ihn sich. Sie können dort acht Länder bereisen und überall mit derselben Münze zahlen — nur nicht auf St. Martin, Saba, Guadeloupe, Martinique oder Barbados dazwischen.

Zwei Merkwürdigkeiten sind es wert, genannt zu werden. Der Euro gilt auf Guadeloupe, Martinique, Saint-Martin und Saint-Barthélemy — und Saint-Barthélemy gehört seit dem 1. Januar 2012 gar nicht mehr zur Europäischen Union; Frankreich sicherte die Währung über ein eigenes Abkommen mit der EU. Umgekehrt zahlen Bonaire, Sint Eustatius und Saba seit dem 1. Januar 2011 in US-Dollar, obwohl sie niederländische Gemeinden sind. Und eine Zeile ist ganz frisch: Curaçao und Sint Maarten haben am 31. März 2025 den Antillen-Gulden durch den Karibischen Gulden ersetzt. Was das praktisch für die Reisekasse heißt, steht unter Kosten und Budget.

Gesetzliches Zahlungsmittel
InselWährungCodeArt
KubaKubanischer PesoCUPeigene Währung
JamaikaJamaika-DollarJMDeigene Währung
HaitiGourdeHTGeigene Währung
Dominikanische RepublikDominikanischer PesoDOPeigene Währung
Puerto RicoUS-DollarUSDübernommene Fremdwährung
KaimaninselnKaiman-DollarKYDeigene Währung
AnguillaOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
Saint-Martin (franz.)EuroEURübernommene Fremdwährung
Sint Maarten (niederl.)Karibischer GuldenXCGeigene Währung
Saint-BarthélemyEuroEURübernommene Fremdwährung
SabaUS-DollarUSDübernommene Fremdwährung
Sint EustatiusUS-DollarUSDübernommene Fremdwährung
St. Kitts und NevisOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
BarbudaOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
AntiguaOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
MontserratOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
GuadeloupeEuroEURübernommene Fremdwährung
DominicaOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
MartiniqueEuroEURübernommene Fremdwährung
St. LuciaOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
St. Vincent und die GrenadinenOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
GrenadaOstkaribischer DollarXCDWährungsunion
BarbadosBarbados-DollarBBDeigene Währung
Trinidad und TobagoTrinidad-und-Tobago-DollarTTDeigene Währung
ArubaAruba-FlorinAWGeigene Währung
CuraçaoKaribischer GuldenXCGeigene Währung
BonaireUS-DollarUSDübernommene Fremdwährung

Wo leben eigentlich die meisten Menschen?

Nicht dort, wo die größten Inseln liegen. Kuba ist mit Abstand die größte Insel der Antillen und hat 9,4 Millionen Einwohner. Hispaniola nebenan hat 22,6 Millionen — zweieinhalbmal so viele auf gut zwei Dritteln der Fläche. Die Karte trägt deshalb beide Angaben gleichzeitig: die Fläche eingefärbt nach Einwohnern je Quadratkilometer, den Kreis darauf nach der absoluten Einwohnerzahl.

Bevölkerung und Dichte: wie viele Menschen wo leben
Einwohner und Bevölkerungsdichte in einer Karte. Fläche eingefärbt nach Dichte, Kreisgröße nach absoluter Einwohnerzahl; Stichjahr und Quelle je Insel in der Tabelle. Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Karte seitwärts schieben.Karte der Antillen mit zwei Angaben zugleich. Die Fläche jeder Insel ist nach Einwohnern je Quadratkilometer eingefärbt, der Kreis darauf steht in fünf Größenstufen für die absolute Einwohnerzahl. Beide gehen hier weit auseinander: Kuba trägt den größten Kreis und zugleich eine der hellsten Flächen, ist also bevölkerungsreich und dünn besiedelt. Sint Maarten und Barbados sind winzig und tragen die dunkelsten Flächen der Karte.

Beides in eine Karte zu legen, ist hier kein Platzsparen, sondern die Aussage. Die beiden Größen gehen in dieser Region weit auseinander, und das sieht man nur, wenn sie übereinanderliegen: Kuba trägt den größten Kreis der Karte auf einer der blassesten Flächen — viele Menschen, viel Platz, rund 86 Einwohner je Quadratkilometer. Sint Maarten trägt einen der kleinsten Kreise auf der dunkelsten Fläche — 42.000 Menschen auf 34 Quadratkilometern, also 1.248 je Quadratkilometer. Zwischen den beiden Extremen der Karte liegt Faktor dreißig.

Der Durchschnitt der Region liegt bei 190 Einwohnern je Quadratkilometer. Darunter liegen vor allem die großen und die bergigen Inseln: Kuba, Dominica mit 95 und Montserrat mit 43 — letzteres, weil zwei Drittel der Insel seit dem Vulkanausbruch der 1990er Jahre Sperrzone sind. Darüber liegen die flachen, kleinen und touristisch erschlossenen: Barbados, Aruba, Saint-Martin.

Eine Zahl auf dieser Karte ist erst seit Kurzem bekannt und überrascht selbst Fachleute: Kubas Bevölkerung ist seit der Volkszählung 2012 um rund 15 Prozent gefallen — von 11,17 auf 9,43 Millionen. Allein im Jahr 2025 zogen nach Angaben des kubanischen Statistikamts 245.264 Menschen mehr fort als zu. Weltbank und Vereinte Nationen führen für Kuba weiterhin knapp 11 Millionen; wir folgen hier der Zählung des Landes selbst. Das ist der Grund, warum Kuba auf der nächsten Karte deutlich schrumpft.

Vier Inseln bleiben unvollständig, aus zwei verschiedenen Gründen. Für Bonaire, Saba und Sint Eustatius gibt es die frischesten Einwohnerzahlen der ganzen Seite — Stand 1. Januar 2026 — aber keine Landfläche, die sich auf eine Institution zurückführen ließe; sie tragen deshalb einen Kreis, aber keine Dichte. Und Barbuda hat gar keine belastbare Einwohnerzahl — weshalb die Zeile darüber Antigua allein führt und nicht den Gesamtstaat: Die Insel wurde im September 2017 vor Hurrikan Irma vollständig evakuiert und ist nur teilweise wiederbesiedelt. Die letzte gezählte Zahl stammt von 2011 und wäre heute irreführend.

Einwohner, Fläche und Bevölkerungsdichte
InselEinwohnerJahrFläche km²Einwohner je km²
Kuba9.434.5932025109.88486
Jamaika2.774.538202210.991252
Haiti11.867.032202427.750428
Dominikanische Republik10.760.028202248.671221
Puerto Rico3.184.83520258.870359
Kaimaninseln90.57712025264343
Anguilla16.0102202491176
Saint-Martin (franz.)31.160202353588
Sint Maarten (niederl.)42.44932025341.248
Saint-Barthélemy10.660202321508
Saba2.2702026
Sint Eustatius3.3482026
St. Kitts und Nevis51.3202022263195
Barbudanicht belegt161
Antigua83.93342011442190
Montserrat4.396202310343
Guadeloupe384.16020231.628236
Dominica71.293201175095
Martinique360.63020231.128320
St. Lucia171.8342022616279
St. Vincent und die Grenadinen109.2962023389281
Grenada109.0212021345316
Barbados269.0902021431624
Trinidad und Tobago1.367.76420255.128267
Aruba108.4232024180602
Curaçao158.0062026444356
Bonaire27.6112026

Einwohnerzahlen: Statistikamt Kubas (ONEI) – Kuba · Statistikamt Jamaikas (STATIN) – Jamaika · Statistikamt Haitis (IHSI) – Haiti · UN Demographic Yearbook 2024 – Dominikanische Rep., St. Kitts u. Nevis, Montserrat, Dominica, St. Lucia, St. Vincent u. Gren., Grenada · US Census Bureau – Puerto Rico · Statistikamt der Kaimaninseln (ESO) – Kaimaninseln · Statistikamt Anguillas – Anguilla · INSEE (Frankreich) – Saint-Martin (FR), St. Barthélemy, Guadeloupe, Martinique · Statistikamt Sint Maartens (STAT) – Sint Maarten (NL) · Statistikamt der Niederlande (CBS) – Saba, Sint Eustatius, Bonaire · Statistikamt Antigua und Barbudas – Antigua · Statistikamt Barbados (BSS) – Barbados · Statistikamt Trinidad und Tobago (CSO) – Trinidad und Tobago · Statistikamt Arubas (CBS) – Aruba · Statistikamt Curaçaos (CBS) – Curaçao.

  1. Schätzung des Statistikamts zum Stand Dezember 2025, veröffentlicht im Labour Force Survey Report Fall 2025 (März 2026).
  2. Fortschreibung des Statistikamts. Die Volkszählung 2022 kam nach vorläufigen Ergebnissen, die das Protokoll des Executive Council vom 11. September 2025 nennt, auf nur 12.025 Personen — rund ein Viertel weniger. Ein abschließender Zensusbericht liegt nicht vor; bis dahin führt die Tabelle die amtliche Fortschreibung.
  3. Auf die Volkszählung 2022 neu basierte Fortschreibung des Statistikamts zum 1. Januar 2025.
  4. Die sechs Gemeinden Antiguas bei der Volkszählung 2011. Barbuda steht als eigene Zeile in dieser Tabelle und ist hier nicht enthalten; für den Gesamtstaat nennt dieselbe Zählung 85.567 Einwohner (de jure) und 88.566 Anwesende einschließlich 2.999 Nichtansässiger.

Wie sähe die Karibik aus, wenn Inseln nach Einwohnern groß wären?

Anders, als man denkt. Diese letzte Karte verzerrt jede Insel um ihren eigenen Mittelpunkt, bis ihre gezeichnete Fläche der Einwohnerzahl entspricht statt der Landfläche. Der blasse Umriss darunter bleibt die wahre Ausdehnung — der Abstand zwischen beiden ist die Verzerrung.

Kartogramm: die Inseln nach Einwohnern statt nach Fläche
Die Inseln nach Einwohnern statt nach Fläche. Jede Insel ist um ihren eigenen Mittelpunkt so skaliert, dass die gezeichnete Fläche der Einwohnerzahl entspricht; der blasse Umriss darunter ist die wahre Ausdehnung. Auf schmalen Bildschirmen lässt sich die Karte seitwärts schieben.Dieselbe Karte, aber jede Insel ist so vergrößert oder verkleinert, dass ihre gezeichnete Fläche der Einwohnerzahl entspricht statt der Landfläche. Der blasse Umriss darunter zeigt die wahre Ausdehnung, der Abstand zwischen beiden ist die Verzerrung. Kuba schrumpft, weil es dünn besiedelt ist; Haiti wächst deutlich stärker als die Dominikanische Republik daneben; Barbados, Aruba und Sint Maarten schwellen an. Die Kaimaninseln und die kleinen Nordinseln bleiben Punkte.

Kuba schrumpft auf 67 Prozent seiner Länge: viel Land, vergleichsweise wenige Menschen — und seit 2012 über anderthalb Millionen weniger. Auf Hispaniola verschiebt sich das Gewicht sichtbar nach Westen — Haiti wächst um die Hälfte, die Dominikanische Republik kaum. Haiti hat gut ein Drittel der Insel und trotzdem etwas mehr Einwohner als der größere Osten — genau das macht diese Karte in einem Bild sichtbar. Zusammen mit der Wirtschaftskarte ergibt das die vollständigere Auskunft: mehr Menschen auf weniger Land bei einem Fünftel der Wirtschaftsleistung.

Am anderen Ende schwellen die kleinen dichten Inseln an: Sint Maarten auf das Zweieinhalbfache, Barbados und Aruba auf fast das Doppelte. Und die reichsten Gebiete der Wirtschaftskarte bleiben trotzdem Punkte — die Kaimaninseln wachsen nur um ein Drittel, weil 91.000 Menschen eben 91.000 Menschen sind. Reichtum macht auf dieser Karte nicht groß.

Verzerrung im Kartogramm – Regionsdurchschnitt 190 Einwohner je km²
InselEinwohner je km²FaktorWirkung
Sint Maarten (niederl.)1.248×2,6wächst
Saint-Martin (franz.)588×1,8wächst
Barbados624×1,8wächst
Aruba602×1,8wächst
Saint-Barthélemy508×1,6wächst
Haiti428×1,5wächst
Puerto Rico359×1,4wächst
Curaçao356×1,4wächst
Kaimaninseln343×1,3wächst
Martinique320×1,3wächst
Grenada316×1,3wächst
St. Lucia279×1,2wächst
St. Vincent und die Grenadinen281×1,2wächst
Trinidad und Tobago267×1,2wächst
Jamaika252×1,1wächst
Dominikanische Republik221×1,1wächst
Guadeloupe236×1,1wächst
Anguilla176×1schrumpft
St. Kitts und Nevis195×1wächst
Antigua190×1wächst
Kuba86×0,7schrumpft
Dominica95×0,7schrumpft
Montserrat43×0,5schrumpft

Woher stammen die Daten dieser Karten?

Wirtschaftsleistung, Einwohnerzahlen und Flächen haben kein einziges Rückgrat, sondern mehrere. Für die meisten Inseln gelten die Volkswirtschaftlichen Hauptaggregate der Vereinten Nationen und die Flächen des UN Demographic Yearbook. Wo ein nationales Statistikamt es nachweislich besser weiß, gilt dieses: das ESO der Kaimaninseln, das CBS auf Curaçao, Aruba und für die Karibischen Niederlande, INSEE und CEROM für die französischen Inseln, ONEI für Kuba. Bei Curaçao und Trinidad rechnen die internationalen Datenbanken mit einer zu großen Einwohnerzahl und drücken damit den Pro-Kopf-Wert; bei den Kaimaninseln macht derselbe Nennerfehler 16 Prozent aus.

Für die vier französischen Inseln gibt es keine in Dollar veröffentlichte Wirtschaftsleistung. Die Werte sind aus Euro umgerechnet; der Originalbetrag steht in der Tabelle, sodass jeder die Umrechnung nachvollziehen kann. Dass die Stichjahre auseinandergehen, ist unvermeidlich: Ein Kleinstaat zählt seltener als ein großer, und für Saint-Martin ist 2021 schlicht das letzte Jahr, für das überhaupt etwas veröffentlicht wurde. Deshalb steht das Jahr in jeder Zeile der Tabellen — eine Fußnote ist besser als eine fehlende Karte. Bei Haiti reicht die letzte abgeschlossene Volkszählung bis 2003 zurück, was die dortige Pro-Kopf-Rechnung unsicherer macht als anderswo.

Sprache und Währung jeder Insel stammen aus unserer eigenen, geprüften Übersicht; die Inselumrisse wie auf der Schwesterseite von Natural Earth im Maßstab 1:10 Millionen.

Ebenso wichtig ist, was nicht auf diesen Karten steht. Drei Inseln — Bonaire, Saba und Sint Eustatius — haben keine Landfläche, die sich auf eine Institution zurückführen ließe; die geläufigen Zahlen kursieren zwar überall, sind aber nirgends amtlich belegt, und deshalb stehen sie hier nicht. Die Bahamas, die Turks- und Caicosinseln und die Jungferninseln bleiben ungefärbt: Die Bahamas gehören geografisch nicht zu den Antillen, für die übrigen haben wir keine geprüfte Zuordnung. Eine Karte aus geschätzten Werten wäre eine schöne Lüge.

Warum diese Inseln so liegen, wie sie liegen, und was das Wetter dort tut, steht auf Karten der Antillen. Mehr zu den Inseln selbst in den Übersichten zu den Großen Antillen und den Kleinen Antillen.

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